Full text : Die Schweiz

12

Gletscher.

Moränen.

Kartenbeilage  Nr.  II,  nördlich  und  südlich  von  Andermatt).
Es  werden  Pfähle  in  den  Boden  geschlagen,  wie  um
die  Schneedecke  festzunageln.  Ist  es  nicht  möglich,  das
Abrutschen  des  Schnees  zu  hindern,  so  müssen  Häuser
und  Verkehrswege  durch  Schutzbauten  gegen  die  Lawinen
gesichelt  werden.  Gefährdete  Straßen  und  Bahnstrecken
führen  durch  Gallerien,  über  deren  Dach  die  Lawine
hinwegsaust.  Lawinengallerien  bestehen  z.  B.  an  den
Straßen  über  den  Gotthard,  den  Simplon,  die  Bernina
und  all  der  Gotthard-  und  Albulabahn.
An  weniger  steilen  Gehängen  bleibt  der  Schnee
liegen;  durch  das  Tauen  und  Wiedergesrieren  wird  er
zum  körnigen  Firnschnee  und  unter  dem  Druck  der  darauf ­
  lastenden  Massen  zu  Eis.  Aus  der  Firunmlde
fließt  und  gleitet  in  langsamer  Bewegung  ein  Eisstrom,
der  Gletscher,  talauswärts.  Er  reicht  bis  tief  unter
die  Schneegrenze,  nicht  selten  bis  in  den  Waldgürtel
hinunter  und  endigt  da,  wo  die  Wärnie  enbensoviel  Eis
abschmilzt,  als  nachrückt.  Der  Grindelwaldgletscher  geht
am  tiefsten;  seine  Zunge  liegt  bei  1150  m.  Die  Fläche
der  Firnfelder  und  Gletscher  der  Schweiz  wurde  auf
2038  km*  berechnet,  das  ist  fast  ‘/ao  der  Gesamtfläche.
Wegen  des  schwankenden  Gletscherstandes  ändert  die
Zahl  von  Jahr  zu  Jahr.  Der  mächtigste  Eisstrom  der
Alpen,  der  25  km  lange  Aletschgletscher,  bedeckt  eine
Fläche  oon  130  km*.
Der  vcn  den  Gehängen  abstürzende  Schutt  wird  voni
Gletscher  talauswärts  verfrachtet;  das  Eis  erscheint  dadurch  besonders ­
  am  Gletscherende  recht  schmutzig.  Am  Rande  des  Eisstromes
  enstehen  Schuttwälle.  Seiten  Moränen.  Wenn  zwei
Gletscher  sich  vereinigen,  so  verschmelzen  die  beiden  innern  Seitenmoränen
  zu  einer  Mittel  Moräne.  Die  meisten  Gletscher  sind
ans  mehreren  Armen  zusammengesetzt  und  tragen  eine  Reihe
parallel  verlaufender  Mittel»!  oränen.  Was  von  den  Gesteinsbrocken ­
  auf  den  felsigen  Untergrund  gerät,  wird  hier  als  Grundmoräne
  mitgeschoben  und  unter  dem  Druck  der  Eismasse  ge-
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.