Entwickelung.
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Entwickelung der Wollindustrie Großbritanniens in den Jahren 1890 bis 1913.
Sämtliche Werte in Millionen Mark.
Einfuhr
Ausfuhr
1890
1900
1910
1913
1890
1900
1910
1913
Rohstoffe
582,9
491,0
761,5
769,8
311,6
193,6
384,6
370,9
Halbfabrikate . . . .
39,8
44.2
57,1
12,0
83,4
157,9
254,3
239,4
Fertigwaren
190,2
189,8
138,8
141,8
556,7
336,2
534,4
554,9
812,9
725,0
957,4
983,6
951,7
687,7
1173,3
1165,2
Der Anteil der Wollindustrie Englands beträgt
an der Einfuhr der europäischen Staaten an Rohstoffen und Erzeugnissen
der Wollindustrie im Jahre 1913 27 Proz.
desgleichen an der Ausfuhr 38.8 „
an der Produktion der europäischen Staaten an Wollwaren im Jahre 1913 . 21,5 ,,
an dem Inlandsverbrauch der europ. Staaten an Wollwaren im Jahre 1913 . 16,1 „
Die Produktion der englischen Woll- und Halbwollindustrie ist annähernd
gleich hoch wie die Deutschlands, dagegen ist der Inlandsverbrauch Englands
niedriger. Der Anteil Englands an der Ausfuhr ist auch in dieser Industrie
der höchste unter den europäischen Ländern, er ist mehr als doppelt so hoch
als der Ausfuhranteil Deutschlands.
Die Erhöhung der Ein- und Ausfuhr von 1890 bis 1913 beträgt
in der Einfuhr in der Ausfuhr
21 Proz. 22 Proz.
Die Entwickelung der Woll- und Halb Wollindustrie erscheint daher weit
aus weniger günstig als die der Baumwollindustrie und steht auch gegen die
viel stärkere Entwickelung Deutschlands zurück. Auch Frankreichs Woll
industrie hat sich günstiger entwickelt und konnte besonders in Halbfabrikaten
konkurrierend gegen England auftreten.
Der Verbrauch an Rohstoffen zeigt von 1890 bis 1913 eine Steige
rung von 46 Proz., doch kam diese weniger den Fertigwaren, als den Halb
fabrikaten zugute.
Die Ausfuhr an Fertigwaren hat sich von 1890 bis 1913 etwas ver
ringert. Die Verminderung in der Ausfuhr an Fertigwaren wurde dadurch
wettgemacht, daß die Ausfuhr an Halbfabrikaten stark gesteigert wurde,
und zwar um 187 Proz. England besitzt in diesen die stärkste Ausfuhr von
allen Ländern.
Die Einfuhr an Fertigwaren zeigt von 1890 bis 1913 eine Verminde
rung von 25 Proz., was darauf hinweist, daß auch der Inlandsverbrauch zurück
gegangen ist.