Full text: Die Schweiz

37 
Beim Wasserhaushalt der Flüsse, deren Einzugs 
gebiet im Mittelland oder im Jura liegt, wirken keine 
Firnfelder mit. Hochwasser tritt hier infolge der Schnee 
schmelze im Frühling oder bei starken und anhaltenden 
Regengüssen ein. Im Winter und nach langer Trocken 
heit im Sommer erreichen die Gewässer den tiefsten Stand. 
Flußabwärts verringern sich allmählich die Schwank 
ungen in der Wasserhöhe, besonders dann, wenn Zu 
flüsse aus verschiedenartigen Gebieten des Landes ein 
münden (Alpen, Mittelland, Jura). Bringen die einen 
viel Wasser, so stehen andere zur selben Zeit mittel 
oder niedrig; so gleichen sich die Unterschiede etwas aus. 
Die Seen wirken als große Regulatoren im gleichen 
Sinne; sie lassen die Hochwasserflut nur mit Verspätung 
und erheblich geschwächt abfließen. Die dämpfende Wirk 
ung tritt in den größten Wasserbecken, dem Genfersee 
und dem Bodensee, besonders klar zutage. Einzelne 
Kraftwerke, am Ausfluß von Seen angelegt, machen sich den 
Vorteil einer natürlich regulierten Wasserführung zu 
nutze (Elektrizitätswerke Genf). Für die Userschutz- und 
Brückenbauten und für die Wasserkraft-Anlagen hängt 
sehr viel vom Wasserstand und seinen Schwankungen 
ab. Er entscheidet ebenfalls über die Dauer der Schiff 
fahrt auf den dazu geeigneten Flußstrecke». 
Im Vergleich zu den Gewässern der großen euro 
päischen Tiefländer haben die schweizerischen Flüsse fast 
durchwegs ein starkes Gefälle, besonders in den Alpentälern 
und den Querdurchbrüchen des Jura. Zahlreiche Schnellen 
und Wasserfälle unterbrechen die längern Flußstrecken 
mit ruhiger Strömung; das Gefälle ist noch unaus 
geglichen. Darin liegt eine der Schwierigkeiten für die 
zukünftige Schiffbarmachung der Gewässer. 
Die Schuß fällt in der Klus von Reuchenette um 145 m 
auf einet Strecke von 4 km; die Rhone in der Schlucht unter 
halb Gletsch 380 m auf 8 km, unterhalb Martigny 40 m auf 
13 km; der Rhein oberhalb der Einmündung der Aare 11m 
Mittelland- u. 
Juraflüsse 
Wirkung der 
Seen 
Gefälle
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.