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möglicht, den Boden auszunutzen, auch wenn er vom Körnerbau
ausruhen muß, indem man ihn mit Futterpflanzen und Wurzel
gewächsen bebaut, die bei extensiver Wirtschaft ohne jeden
Arbeitsaufwand gewonnen werden. Die Gartenkultur bringt die
maximalen Ernten, die Arbeitsproduktivität ist aber dabei die
geringste.
Indem wir den Entwicklungsprozeß des wichtigsten Zweiges
der menschlichen Tätigkeit — der Gewinnung von Nahrungs
mitteln und Rohstoffen, die für die Produktion von Gebrauchs
gegenständen notwendig sind — verfolgten, fanden wir, daß die
Änderung im System der Landwirtschaft ausschließlich mit der
Zunahme der Bevölkerung vor sich ging. Unabhängig von der
Produktionstechnik besteht bei einer dünnen Bevölkerung die
extensive Kultur: die Jagd und die Viehzucht herrscht sowohl bei
den Wilden als auch bei den auf einer höheren Kulturstufe stehen
den Kolonisten von Amerika, Afrika und Australien. Mit ihrer
Verdichtung geht die Bevölkerung zur Dreifelderwirtschaft,
Bodendüngung und schließlich zur Fruchtwechselwirtschaft und
zum Gartenbau über. Bei gleichhleibender Bevölkerungsdichte
kann die landwirtschaftliche Technik je nach dem Stand der
Produktivkräfte verschieden sein, aber das Wirtschafts system
bleibt in diesem Falle unverändert. Der halbwilde Einwohner
Sibiriens führt dieselbe extensive Wirtschaft, wie der kapita
listische Yankee im fernen Westen Amerikas odei der Holländer
in Südafrika. Die Produktionsmittel, die Arbeitsmethoden sind
verschieden, die Intensität der Bodenkultur ist dagegen mehr
oder weniger gleich. Die Wirtschaft eines Chinesen ist ebenso
intensiv, wie die eines europäischen Bauern in der Nähe unserer
Großstädte, obgleich der letztere sich der vervollkommneten
Technik bedient. So existierten in der vorkapitalistischen Epoche
und existieren noch jetzt gleichzeitig in verschiedenen
Gegenden, je nach der Bevölkerungsdichte, sämtliche Wirtschafts
systeme von der Jagd- und primitiven Viehzuchtwirtschaft bis
zur Gartenkultur.