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„Deutschen Verkehi’szeitung“, kommen wohl ab und zu
Untersuchungen über die Wirkungen von Tarifreformen vor,
aber oft bleiben höchst wichtige Massnahmen im In- und Aus
lande auch ganz unberücksichtigt, und von planmässiger ver
gleichender Forschung dieser Dinge ist keine Rede. Das
preussische „Archiv für Eisenbahnwesen“ verdient allerdings
in vielen Punkten Anerkennung. Es hat verschiedene Personen
tarifreformen recht genau verfolgt, doch manches Wichtige
freilich auch übersehen, und das gediegene Werk von E. Ulrich
(Personentarifreform und Zonentarif) ist leider stark von ein
seitigen Bedenklichkeiten erfüllt, die noch unwiderlegt geblieben
sind. Solchen mehr oder weniger amtlichen Publikationen fehlt
gewöhnlich die Beleuchtung von der anderen Seite als Ergänzung.
Für die weitere Öffentlichkeit gehen die in Fach
zeitschriften vergrabenen Arbeiten, wenn sie nicht in
die Buchliteratur übergehen, leider auch meist verloren.
Deshalb ist es kein Wunder, wenn die Presse und die Gesetz
geber sich häufig schlecht unterrichtet zeigen und dann unglück
liche Beschlüsse gefasst werden, die Handel und Verkehr sowie das
Zalil der Fernbriefe (ohne Orfcsbriefe) im inneren Reichspostverkehr
(in Tausenden):
Stück
zahl
Zunahme
gegenüber
dem Jahre 1899
Portoeinnahme
daraus in Mark
Zunahme
gegenüber
1899
M
/ einfache Briefe
' L 1 doppelte Briefe
Ifjqt) ( e i n f' ac he Briefe
\ doppelte Briefe
731 428
76 710
768 102
83 174
+ 4,8 %
73 143 * 88 485
15 342 1 88 48j
76810 l 93 444
16 634 /
1900 ’ eill ^ ac ^ e Brief©
1 doppelte Briefe
885 52ä
81 864
+ 15,2 o/o
88 552* j
16 373 105 565
+12121
j einfache Briefe
1 doppelte Briefe
895 452
82 639
+ 10,5 °/o
+ 640J
}*“•»
+12 628
iq0'> f e i n f ac l le Briefe
“ 1 doppelte Briefe
931 648
85 752
+ 21,2%
17 150 [ 110315
+16 871
* 1 ji des amtlich berechneten Einnahmeausfalls wird, hier hinzugerechnet, weil
das erste Vierteljahr noch unter dom alten Tarif verlief.