Full text: Weltporto-Reform

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Die unlängst eroberten und einverleibten Gebiete sind allerdings 
weniger als Kolonien, denn als neue Teile des Inselreiches anzusehen; aber 
im Grunde handelt es sich hierbei bloss um Worte. Ferne abhängige 
Gebiete sind immer mehr oder weniger als Kolonien anzüsprechen. 
Vereinsporto (das interne japanische Porto): 
Briefe: iS Sen {= 6,3 Pf. Gold) für je 4 Momme (= lüg); Postkarten: 1 1 / a Sen 
(= 3,15 Pf.); Drucksachen: 2 Sen (= 4,2 Pf.) für je 30 Momme (112 g); 
Zeitungen: ermässigte Taxe. 
Japan hat seit 1897 Goldwährung. 1 japan. Yen (Dollar) = 2,092 M 
(Kurs Berlin: 2,06 M), 1 Sen (Cent) = 2,092 Pf. 
Mit China steht Japan imPostvereinsverhältnis durch seine dortigen 
Postanstalten (vgl. S. 301 ff., 311), wobei das interne japanische Briefporto 
(3 Sen) gilt, auch von China her. 11 ) Koreas Post wird ganz von 
Japan verwaltet und bildet mit ihm eine Gebietseinheit, wie man 
der Anmerkung auf S. 45 näher entnehmen kann. 
10. D as russische Postgebiet (mit den Vasallenstaaten). 
Bestandteile : 
qkm 
Mill. Einw. 
Das europäische Russland mit Polen und 
Finnland 
444 
123,20 
Das asiatische Russland (Kankasien, Sibirien 
• u. Zentralasien) 
1 ö 654 
283 
26,14 
Russ. Vasallenstaaten (Chiwa n. Bucharal 
265 
000 
2.00 
Gesamtgebiet: 22 296 727 151,34 
„Post u. Telegraph in Japan“ v. J. R o n g e ausfüllrlichere Mitteilungen über Entwickelung 
und Organisation des japanischen Postwesens, Früher gab es in Japan auch Post 
anstalten fremder Länder, doch schon 1874 wurden die amerikanischen, 1879 die eng 
lischen und 1880 die französischen Postämter in Japan geschlossen, nachdem dieses 
Reich am 1. Juni 1877 dem Weltpostverein beigetreten war. In O. Sieblists Buch „Die 
Post im Aus lande“ (3. Auf1.1900, Berlin) ist bekanntlich auch ein Kapitel (S. 881—91) 
Japans Pos teinricht ungen und Tarifen gewidmet. Vgl. auch die „Union postale“, 1900, 
S. 145-52, „Die Entwickelung des japanischen Postwesens“. Viele wichtige Tatsachen 
aus der Geschichte des japanischen Postwesens und seiner internationalen Beziehungen 
findet man auch in dem Aufsatz „Post und Telegraphie in Japan“ im „Archiv für 
Post und Telegraphie“ 1906 S. 268— 270. Im April 1876 er öffnete Japan sein erstes 
Postamt in China, nämlich in Shanghai, und im Dezember 1876 eins in Korea (in 
Fusan). Ende 1902 bestanden in Korea schon in 10 Städten japanische Postämter 
(ebenda S. 264). Vgl. Anmerkung auf S. 45. 
17 ) Wenn in der „Deutschen Verkehrszeitung“ 1906, S. 378, berichtet wird (nach 
anderen Quellen allerdings), das chinesische Briefporto nach Japan (schlechthin) betrage 
8 Cents, so ist das vermutlich doch wohl mit der obigen Einschränkung zu verstehen, 
denn in derselben „D. Verkehrs-Ztg.“ 1908, S. 853, wird später nur gesagt, dass für den 
Briefverkehr der japanischen Postanstalten (in China) mit Japan die Taxen des innern 
japanischen Verkehrs gelten. Japan hat 20 eigene Postanstalten in China und 30 in der 
Mandschurei (vgl. S. 801). — Eine ausführliche Darstellung der japanischen Postverhält 
nisse vom japanischen Generaldirektor des Post- und Telegraphenwesens 
findet man auch in dem Werke „Unser Vaterland. Japan“ (Leipzig 1904, Seemann, 
deutsche Ausgabe, S. 588—599), herausgegeben von A. Stead.
	        
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