Die Entwicklung der deutschen Zementindustrie usw.
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finden wir dies durch die Dividenden der Aktiengesellschaften
vollständig bestätigt. Jedenfalls haben die Verbände bis auf den
mitteldeutschen die Krise überstanden, und auch dessen Ver
schwinden war nur vorübergehend. Der Kampf mit den neu
entstandenen Außenseitern mußte geführt werden, denn die
Bedingungen, die diese an ihren Beitritt zum Syndikate knüpften,
waren zu schwer; es mußte ihnen gezeigt werden, wie schlecht
ihre Aussichten sind, wenn sie nicht beitreten, und daß sie im
eigenen Interesse für die Allgemeinheit Opfer bringen müssen.
Daß der Syndikatsgedanke an sich richtig war und ist, wird
schon durch die Tatsache bewiesen, daß gegen Ende 1910 die
alten Vereinbarungen wieder zustande kamen. Der mitteldeutsche
Verband wurde 1910 neu gegründet, allerdings nur als einfache
Preiskonvention, das hannoversche Syndikat wurde verlängert
und in Schlesien traten alle drei Außenseiter dem Verkaufs
vereine bei. Die Stettiner, unterelbischen, mitteldeutschen,
hannoverschen, rheinisch-westfälischen und süddeutschen Werke f
traten wieder in ein Kartellverhältnis zueinander. Zwischen
Schlesien und Stettin wurde eine Einigung über die Absatz
gebiete erzielt. So war die deutsche Zementindustrie wieder
einig, nur die Berliner Werke waren wegen des Widerstandes
einer Fabrik allein geblieben, so daß die Verträge nicht auf den
Berliner Markt übergreifen konnten, was eine große Lücke in
der Einigkeit bedeutete. In Österreich und der Schweiz waren
ebenfalls wieder Kartelle gegründet worden, mit denen das
schlesische und süddeutsche wie früher Abmachungen traf. Die
Krise war also vollständig überwunden, die Aussichten für 1911
gut, da nun nach Beseitigung der Konkurrenz die Preise wieder
heraufgesetzt wurden und der Absatz sich auch weiter günstig
entwickelte. Die Erträgnisse der Zementfabriken sind dem
entsprechend 1911 auch gute gewesen, nur die Berliner Fabriken
bekämpften sich noch immer heftig und drückten dadurch die
Preise so tief herab, daß sie nichts verdienten, sondern eher
noch mit Verlust arbeiteten, obgleich sie durchaus voll be
schäftigt waren. Gegen Ende des Jahres hörte jedoch auch das