Full text: Kaufmanns Herrschgewalt

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X. Geschäft. 
mann in England ist jetzt der Herzog von Devonshire, da er das 
Vertrauen der beiden großen politischen Parteien Englands be 
sitzt. Er ist Präsident der Barrow Stahl Aktiengesellschaft. Die 
Mitglieder des gegenwärtigen Ministeriums in England haben 
64 Direktorstellen in verschiedenen Handels-, Fabrik- und Berg 
werksgesellschaften inne. In dem heutigen Großbritannien frägt 
man sich nicht, wie man dem Geschäft aus dem Wege gehen, 
sondern wie man in dasselbe hineinkommen könne. Jules Faure, 
der Präsident der französichen Republik, ein Mann mit einer 
bewunderungswürdigen Laufbahn hinter sich, war durch sein gan 
zes Leben ein Geschäftsmann. Die frühere Abneigung gegen das 
Geschäft ist vollkommen verschwunden. 
Sie werden sich vielleicht entsinnen, daß der verstorbene Kaiser 
von Deutschland (Friedrich III.) seinen Freund, den Stahlfabrikanten 
Krupp zum Fürsten des Reiches zu machen wünschte; doch dieser 
Geschäftsmann war auf seine Werke zu stolz; er war eben der 
Sohn seines Vaters und bat den Kaiser, ihn des Ranges nicht 
zu berauben, welchen er, ein König im Stahlbereich, inne hatte. 
Ich zweifle nicht, daß sein Sohn, der ihm in der Herrschaft ge 
folgt, dieselbe Antwort geben würde. Gegenwärtig ist er ein 
Monarch, gerade so wie der Kaiser, und soviel ich über den jungen 
König Krupp weiß, gerade so stolz auf seine Stellung 1 ). 
Sogar in den alten Festen Europas ist das Vorurteil gegen 
den Kaufmann verschwunden. Dieser Wandel entstand dadurch, 
daß das Wesen des Geschäftes selbst sich verändert hat. In alten 
Zeiten wurde jedes Geschäft in kleinem Maßstabe betrieben, klein 
liches Handeln in kleinlichen Dingen bringt aber auch kleinliche 
Menschen hervor. Jeder mußte sich eben um jede kleinliche Einzel 
heit kümmern, da jeder für sich selbst fabrizierte und handelte. 
Die höheren Fähigkeiten für Organisation und Unternehmungen, 
sowie weite und große Anschauungen und ausführende Geschick 
lichkeit fanden damals keinerlei Verwendung. Heutzutage werden 
Diese Darstellung ist nur teilweise zutreffend. Zunächst wollte 
Kaiser Friedrich Krupp nicht zum „Fürsten“ machen, sondern er trug 
dem alten Krupp nur die Nobilitierung an. Sein unlängst verstorbener 
Sohn hatte, wie allbekannt, entgegen der von Carnegie ausgesprochenen 
Erwartung den Adel angenommen.
	        
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