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Täler leiten die Wege zu den innern Landschaften
des Gebirges und über zahlreiche Einsattelungen
hinweg. Von der einzigartigen Stellung des Gott
hards war bereits die Rede (Seite 9). Als zen
traler Alpenübergang vermittelt er vor allem den
Verkehr zwischen den Rheinlanden und Norditalien.
Die Pässe der Berner und Glarner Alpen stehen
an Bedeutung weit hinter dem Gotthard zurück.
Der große Verkehr umgeht die beiden Flügel der
Nordalpen und dringt durch die Pforten des Rhone-
und Rheintales zu den Bergübergängen der Süd
alpen vor; neuerdings öffnet die Lötschbergbahn
einen direkten Zugang durch die Berner Alpen
ins Wallis zum Simplontunnel. Die reiche Glie
derung der Bergketten durch Quertäler und Paß
einschnitte erleichtert den Güteraustausch querüber
in solchem Maße, daß die Alpen von jeher als eines
der meistbegangenen Gebirge gelten konnten. Über
den Großen St. Bernhard im Westen und über den
Septimer im Osten führten vielbenutzte römische
Pässe ins Mittelland und zur Rheinumbiegung
bei Basel hinaus.
Die Hügel des Mittellandes sind für den Ver
kehr ein viel geringeres Hemmnis als die Alpen-
und Juraketten; immerhin folgen die Wege auch
hier sorgfältig den tiefsten Stellen und weichen
den Höhen nach Möglichkeit aus. Ohne Stufe treten
die Flußtäler aus den Alpen iits Mittelland ein
und ziehen zwischen den parallel lausenden
Höhenrücken zum Jurafuh hinüber. Ungehindert
dringt der Verkehr auf bequemen Wegen aus dem
Mittelland in die Alpentäler ein und knüpft zwi
schen den beiden ungleich gearteten Landschaften
bisweilen engere Beziehungen, als sie im Mittelland
in der Westostrichtung von Abschnitt zu Abschnitt
bestehen. Hier drängen die quer zum Jura hinüber
ziehenden Hügel und Täler den Verkehr aus der