thumbs: Leben und Lehre des Buddha

Die Konzile. 
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licher war, daß sie Palmwein tranken und Gold und Silber an 
nahmen. An den Hpavs.8s.tim.-Tagen (S. 87) stellten sie im 
Kloster eine Messingschale auf, die mit Wasser angefüllt war, 
und forderten die Gläubigen auf, in die Schale Geld zu werfen. 
Spätere Texte erzählen sogar, daß der Prior des Klosters einen 
Betteltopf aus reinem Golde hatte und zur Zeit des Vollmonds 
einen Mönch in die Stadt schickte, um darin Geld und Edelsteine 
zu sammeln. Gegen diesen Unfug trat der ehrwürdige Yasas auf, 
als er einst das Kloster besuchte. Entrüstet wies er den Anteil an 
Gold zurück, den ihm die Mönche anboten. Diese bezeichneten das 
als eine Beleidigung der frommen Laien und legten dem Yasas 
als Buße auf, die Laien um Verzeihung zu bitten. Doch Yasas 
überzeugte die Laien, daß die Mönche gegen die Vorschriften 
Buddhas verstießen, und er allein ein wahrer 8akys-Sohn sei. 
Der Exkommunikation durch die Mönche entzog er sich durch die 
Flucht, und es gelang ihm außer andern namentlich auch den sehr 
angesehenen Ältesten Raivata für sich zu gewinnen. Vergeblich 
versuchten die Mönche den Laivata zu bestechen. Er setzte es 
durch, daß eine Versammlung nach Yaisäli berufen wurde, von 
der acht Älteste gewählt wurden, um den Streit beizulegen. Sie 
entschieden sich gegen die Mönche von Vaisäli, und ihrem Be 
schlusse trat eine danach berufene Versammlung von 700 Mön 
chen bei. Nach jüngeren Quellen hätten die acht Ältesten, nachdem 
sie die zehn falschen Lehren beseitigt und die sündigen Mönche 
vertrieben hatten, 700 Arhats ausgewählt, um das Gesetz zu 
reinigen. Die besten Gelehrten hätten in acht Monaten eine Re 
vision des Gesetzes vorgenommen. Das ist zweifellos eine späte 
Erfindung. Die alte Überlieferung, die uns im Oullavagga des 
Vinayapitaka vorliegt, hätte ein so wichtiges, einschneidendes 
Ereignis gewiß nicht mit Schweigen übergangen. Das zweite 
Konzil war also nur ein örtlich begrenztes. Es beseitigte Übel 
stände, die sich an einer Stelle gezeigt hatten, gab aber keine 
neuen Vorschriften für die gesamte Gemeinde der Mönche oder 
gar die gesamte Kirche. Ja, dieselbe jüngere Überlieferung be 
richtet sogar, daß die Gegenpartei ihrerseits auch ein Konzil be 
rief, das viel mehr Teilnehmer hatte als das der orthodoxen 
Partei und daher „das große Konzil" genannt wird. Dieses 
„große Konzil" soll den Kanon ganz umgestürzt und neu geordnet, 
vieles getilgt, anderes hinzugefügt und dem Alten neue Bedeutung 
untergelegt haben.
	        
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