Object : Fortschritt und Armut

Arbeitslohn  und  Kapital.

Buch  I.

bereicherte,  oder  daß  Boris  Godunof  die  russischen  Bauern  zu  verkäuflichem ­
  Besitz  machte.
Alle  Dinge,  die  einen  Tauschwert  haben,  sind  deshalb  noch  nicht
Güter  in  dem  einzigen  Sinne,  in  welchem  der  Ausdruck  in  der  Nationalökonomie ­
  gebraucht  werden  darf.  Nur  solche  Dinge  können  Güter
sein,  deren  Erzeugung  die  Summe  der  Güter  vermehrt,  oder  deren  Vernichtung ­
  dieselbe  vermindert,  wenn  wir  betrachten,  welche  Dinge
dies  sind  und  von  welcher  Beschaffenheit  sie  sind,  so  werden  wir  keine
Schwierigkeit  haben,  das  Wort  „Güter"  zu  definieren.
wenn  wir  von  einem  an  Reichtum  zunehmenden  Staate  sprechen
—  wenn  wir  z.  B.  sagen,  daß  England  seit  dem  Regierungsantritt
der  Königin  Victoria  an  Reichtum  zugenommen  habe,  oder  das  Kalifornien ­
  jetzt  reicher  sei  als  zur  Zeit  seiner  mexikanischen  Staatsangehörigkeit ­
  —,  so  meinen  wir  damit  nicht,  daß  es  jetzt  darin  mehr  Grund  und
Boden  gibt,  oder  daß  die  natürlichen  Kräfte  des  Landes  größer  sind,
oder  daß  ^die  Zahl  der  Einwohner  sich  vermehrt  hat  (denn  wenn  wir
diesen  Gedanken  auszudrücken  wünschen,  sprechen  wir  von  einer  Zunahme ­
  der  Bevölkerung),  oder  daß  die  Schulden  und  Verbindlichkeiten
einzelner  gegen  andere  angewachsen  sind,  sondern  wir  meinen  damit,
daß  eine  Vermehrung  gewisser  handgreiflicher  Dinge  stattgefunden  hat,
die  nicht  bloß  relativen,  sondern  wirklichen  wert  haben,  wie  z.  B.
Gebäude,  Vieh,  Maschinen,  Werkzeuge,  Ackerbau-  und  Bergwerksprodukte, ­
  Fabrikate,  Schiffe,  Waggons,  Möbel  und  dergleichen.  Die
Zunahme  solcher  Dinge  bildet  eine  Zunahme  von  Gütern;  ihre  Abnahme ­
  ist  eine  Abnahme  von  Gütern,  und  der  Staat,  der  im  Verhältnis ­
  zur  Anzahl  seiner  Mitglieder  die  meisten  solcher  Dinge  besitzt,  ist
der  reichste.  Der  gemeinsame  Lharakter  dieser  Dinge  ist,  daß  sie  aus
natürlichen  Substanzen  oder  Produkten,  die  durch  menschliche  Arbeit
dem  menschlichen  Nutzen  oder  Genusse  dienstbar  gemacht  wurden,  bestehen, ­
  und  ihr  wert  hängt  von  der  Summe  von  Arbeit  ab,  welche
durchschnittlich  zur  Erzeugung  von  Dingen  gleicher  Art  erforderlich  sein
würde.
Somit  bestehen  die  Güter  in  dem  Sinne,  wie  der  Ausdruck  in  der
Nationalökonomie  allein  gebraucht  werden  kann,  aus  natürlichen  Produkten, ­
  die  durch  menschliche  Arbeit  beschafft,  fortbewegt,  vereinigt,
getrennt  oder  auf  andere  Art  verändert  wurden,  um  sie  für  die  Befriedigung ­
  menschlicher  wünsche  geeignet  zu  machen.  Güter  sind,  mit
anderen  Worten,  Arbeit,  die  den  Stoff  derartig  verwandelt  hat,  daß,
ähnlich  wie  die  Sonnenwärme  in  der  Kohle  aufgespeichert  ist,  die  Kraft
menschlicher  Arbeit  aufgespeichert  ist,  um  menschlichen  wünschen  zu
dienen.  Güter  sind  nicht  der  einzige  Zweck  der  Arbeit,  denn  es

wird  auch  Arbeit  aufgewendet,  um  menschlichen  wünschen  unmittelbar
zu  dienen;  aber  die  Güter  sind  der  Zweck  und  das  Ergebnis  dessen,
was  wir  produktive  Arbeit  nennen  —  d.  h.  der  Arbeit,  die  materiellen
Dingen  wert  verleiht.  Nichts,  was  die  Natur  den  Menschen  ohne
            
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