Full text : Volkswirtschaftliches Lesebuch für Kaufleute

3.  „The  Captains  of  Industry.

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Wettbewerbs  beruht,  abgesehen  von  den  unermeßlichen  Schätzen  des  Bodens,  zum  Teil
auf  dem  maschinellen  Ersatz  der  Menschenhände,  auf  Schnellbettieb,  auf  Konzentration
des  Betriebs,  —  zum  Teil  aber  auch,  und  zu  einem  wesentlichen  Teil,  in  der  Spezialisierung ­
  der  Arbeitsgebiete,  und  vor  allein  in  der  notwendigen  Spezialisierung  der
Arbeiter,  denen  wir  doch  ganz  andere  Löhne  zahlen  als  Sie  drüben  I  Unsere  Arbeiter
bleiben  in  der  gleichen  Werkstätte,  an  derselben  Drehbank,  an  demselben  Kran,  an
derselben  Maschine;  sie  werden  nie  von  einer  Abteilung  in  die  andere  geschickt,  sie
werden  immer  zu  der  gleichen  Arbeit  verwendet.  So  gewinnen  sie  an  der  Stelle,  an
der  sie  stehen,  eine  außergewöhnliche  Fertigkeit,  —  sie  werden  Spezialisten  in  ihrem
Fach,  in  dem  Bereich  ihrer  Arbeit  und  leisten  durch  die  jahrelang  getätigte  Übung
quantitativ  und  qualitativ  in  acht  Stunden  vielleicht  mehr  als  ein  Arbeiter  drüben  in
der  doppelten  Zeit!  So  fallen  die  höheren  Löhne  für  uns  gar  nicht  in  die  Wagschale  I"
Zweckentsprechend  verfahren,  —  das  ist  der  Grundsatz  der  Industrie  in  den  Vereinigten ­
  Staaten.  Man  ist  auf  das  äußerste  sparsam  bei  der  Produttion,  aber  nicht,
indem  man  kargt,  sondern  indem  man  keine  Ausgabe  scheut,  die  irgend  einen  Erttag
verspricht.  Der  Amerikaner  wirft  eine  eben  erst  gekaufte  Maschine  zum  alten  Eisen,
wenn  sie  nicht  zweckentsprechend  ist,  um  alsbald  ein  besseres  Modell  zu  erstehen;  er  hat
das  Lerz,  überall  die  teuersten  und  besten  Spezialmaschinen  anzuschaffen.
Zweckentsprechend  verfahren,  —  das  ist  der  Grundsatz  der  Industtie  in  den  Vereinigten ­
  Staaten,  und  das  Ziel  ist  ein  doppeltes:  selbst  für  den  heimischen  Martt  zu
sorgen  und  den  Landesreichlum  und  die  Landeskraft  durch  Gewinnung  fremder  Märkte
für  sich  fruchtbar  zu  machen,  wobei  durch  intensive  Vervollkommnung  der  Technik  einerseits ­
  die  äußerste  Ausnützung  der  Rohmaterialien,  anderseits  der  allmähliche  Übergang
zur  Erzeugring  von  qualitativ  hochstehenden  Waren  scharf  in  den  Vordergrund  ttitt.
Es  ist  begreiflich,  daß  dem  unermeßlichen  Fortschritt  der  Vereinigten  Staaten  in  der
Produttion  und  Verwertung  von  Rohstoffen  bei  zunehmender  Bevölkerung  der  wirtschaftliche ­
  Amschwung  folgen  mußte.  Es  war  gar  nicht  anders  möglich,  als  daß  ein
Land,  dem  unaufhörlich  Arbeiter  der  verschiedensten  Gewerbszwcige  aus  der  Alten  Welt
zuströmten,  sich  auf  die  Dauer  nicht  damit  begnügen  mochte,  den  Landlanger  der
fremdländischen  Industrie  abzugeben,  ihr  die  Materialien  zu  liefern  und  die  verarbeiteten ­
  abzunehmen.  Die  natürliche  Entwicklung  verlangte  das  Entstehen  von  eigenen
Industtien  zur  Deckung  des  heimischen  Bedarfs.  Der  nächste  Schritt  war,  daß  die
unter  dem  Zollschutz  erstarkende  Industtie  sich  exportierend  zu  betätigen  begann.  Nicht
langer  Zeit  hat  cs  bedurft,  uni  das  Beginnen  zu  mächtiger  Entfaltung  auszuweiten
und  den  Fabrikatsexport  immer  erheblicher  zu  steigern.

3.  „The  Captains  of  Industry.“
Von  Ludwig  Max  Goldberger.
Soldberger,  Das  Land  der  unbegrenzten  Möglichkeiten.  Beobachtungen  über  das  Wirtschaftsleben ­
  der  vereinigten  Staaten  von  Amerika.  Berlin  und  Leipzig.  F.  Fontane  &  Lo.,  (905.
5.  2S—29.
Mehr  als  in  irgend  einem  anderen  Land  der  Welt  tritt  auf  dem  Gebiet  von
Verkehr,  Lande!  tind  Industrie  in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  gerade  jetzt
die  Gewalt  einzelner  Personen  in  den  Vordergrund.  Gewiß  ist  der  mächtige  wirtschaftliche ­
  Aufschwung  des  Landes  dem  Anternehmungsgeist  von  Männern  mit  zu
danken,  deren  Namen  die  Geschichte  der  Anion  siir  alle  Zeiten  verzeichnen  wird.  Die
Mo  Hat,  Volkswirtschaftliches  Lesebuch.  30
            
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