Object : Das Unternehmen und der Unternehmergewinn vom historischen, theoretischen und praktischen Standpunkte

IV.

Wirtschaftspolitisches.

Pen  Trieb  zur  Wirtschaftlichkeit  und  insbesondere  zur  Unteruehmerthätigkeit
  im  Eigennutze’)  zu  suchen,  war  Ahnung  der  Wahrheit; ­
  denn  die  bewegende  Kraft,  welche  zu  den  Erscheinungen  der
Wirtschaft  und  des  Unternehmens  führt,  muss  ja  im  Menschen
liegen;  aber  einer  einzigen  menschlichen  und  gewiss  nicht  elementaren ­
  Eigenschaft,  diesen  großen  Einfluss  auf  das  wirtschaftliche
Leben  einzuräumen,  war  ein  um  so  größerer  Irrtum,  als  ja  der
Eigennutz  ein  keineswegs  allen  wirtschaftlichen  Personen  gemeinschaftliches ­
  Attribut  ist,  und  mannigfache  Unternehmungen  zu  allen
Zeiten  entstanden  sind,  an  welchen  der  Eigennutz  auch  nicht  den
geringsten  Teil  hat.
Der  Trieb  zum  Unternehmen  liegt  unbestritten  in  der  Natur
des  Menschen,  jedoch  nicht  in  einer  halb  angeborenen  und  halb  anerzogenen ­
  Eigenschaft,  sondern  wie  wir  gesehen  haben,  im  harmonischen ­
  Einklang  aller  seiner  Kräfte  und  der  aus  dem  Bewusstsein
ihres  Besitzes  hervorgegangenen  höheren  Potenz  des  Temperamentes.
Und  nehmen  wir  auch  nur  eines  der  Natur-Elemente  im  Menschen
weg,  so  ist  jedes  Unternehmen  unmöglich.  Gerade  durch  die  Vereinigung ­
  jener  Trinitas  der  persönlichen  Menschenkapitalien  und  durch
die  gegenseitigen  Einwirkungen  ihrer  Arten  auf  einander  ist  der
Mut  zum  ersten  Unternehmen  im  Menschen,  und  der  Urtypus  des
Unternehmens  entstanden,  und  seine  Entwickelung  zu  den  mannigfaltigen ­
  Gestalten  und  Formen  ist  mit  der  Entwickelung  der  persönlichen ­
  Menschenkapitalien  Hand  in  Hand  gegangen.  Der  Gipfelpunkt ­
  in  der  Entfaltung  der  menschlichen  Kräfte  wird
*)  Vergleiche:  Knies,  Polit.  Ökonomie  (1883).  S.  236  u.  if.  und  Menger,
Untersuchungen.  S.  71  u.  ff.
            
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