Full text: Die Handelspolitik und Handelsbilanz Österreich-Ungarns

Zahlungen für Zinsen, Dividenden und Tilgungsquoten — 335 
Millionen, Gewinne der für den Geschäftsbetrieb im Inlande zu 
gelassenen ausländischen Gesellschaften — 8, Auslandszahlungen 
der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine — 10 Millionen; 
Saldo des internationalen Effekten Verkehres -f- 77, durch die 
Niederlassung ausländischer Gesellschaften im Inlande verursachter 
Zahlungsverkehr -f- 16, Saldo der Handelsbilanz -f 201, Saldo 
der aus dem internationalen Eisenbahn- und Schiffahrtsverkehr 
entspringenden finanziellen Beziehungen -f- 38, Saldo der durch 
die Wanderbewegung hervorgerufenen internationalen Zahlungen 
+ 21, Ertrag des Fremdenverkehres -f 47 Millionen. Hieraus 
ergab sich, daß die Zahlungsbilanz mit 46 Millionen aktiv war. 
Seit dem Jahre 1901 werden die Daten zur Zahlungsbilanz vom 
Finanzministerium leider nicht mehr zusammengestellt. Nur der 
Einfluß der Wanderbewegung und des Fremdenverkehres auf die 
Zahlungsbilanz hat den Gegenstand eingehender Studien gebildet. 11 ) 
Es hat sich hiebei gezeigt, daß die Geldsendungen unserer Aus 
wanderer ungleich größer sind, als angenommen wurde, und daß 
sie im letzten Jahrzehnt eine bedeutende Steigerung erfahren 
haben. Der Aktivsaldo dieses Verkehres schwankt nach den an- 
gestellten Berechnungen zwischen 200 und mehr als 300 Mil 
lionen Kronen. Außer dieser Post sind für unsere Zahlungsbilanz 
hauptsächlich die Zinszahlungen an das Ausland und die Handels 
bilanz von Bedeutung. Der Saldo unserer Verschuldung im Aus 
lande kann gegenwärtig nicht festgestellt werden; er betrug, wie 
schon erwähnt, im Durchschnitt der Jahre 1892 bis 1901 — 335 
Millionen. Professor Dr. Julius Landesberger hat darauf hin 
gewiesen 12 ), daß in den letzten Jahren Schuldverschreibungen 
aus dem Auslande zurückströmten und daß z. B. von dem großen 
Schuldverschreibungskoeffizienten, den die Südbahn mit ihren 
rund 2 Milliarden Prioritäten darstellt, namhafte Beträge nach 
Österreich zurückflossen. Er hat ferner darauf aufmerksam ge 
macht, daß auch österreichische und ungarische Banken in 
den letzten Jahren in den Balkanstaaten Banken gegründet 
u ) Mitteilungen des Finanzministeriums, erstes Heft 1911, „Einfluß der 
Wanderbewegung und des Fremdenverkehres auf die Zahlungsbilanz Österreich- 
Ungarns“ von Dr. Franz Bartsch. 
Li ) „Die Industrie“ vom 12. November 1911, Seite 4.
	        
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