Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Kapitel  I.  Die  Physiokraten.

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deine  Wünsche  erfüllen!  Ich  gehe  dir  das  ganze  Geld,  das  unter
den  Völkern,  mit  denen  du  Handel  treibst,  im  Umlauf  ist;  jetzt  hast
du  es;  was  willst  du  damit  machen?“  Und  er  zeigt  zuerst,  wie  kein
anderes  Land  dann  noch  etwas  kaufen  kann,  und  wie  damit  alle
Ausfuhr  aufhört,  und  zweitens,  wie  die  ungeheuere  Teuerung  zum
Kaufe  im  Auslande  zwingen  würde,  und  so  das  Geld  wieder  zur  Auswanderung ­
  kommt,  „was  übrigens  das  einzige  Heilmittel  sein  würde“  ').
Widerlegung  der  These,  daß  die  Zölle  vom  Ausland  getragen ­
  werden.  „Der  Fremde  wird  dir  nichts  verkaufen,  wenn
du  ihm  nicht  denselben  Preis  zahlst,  den  ihm  die  anderen  Völker
geben  wollen.  Wenn  du  einen  Eingangszoll  auf  seine  Waren  legst,
So  wird  derselbe  eine  Erhöhung  des  wirklichen  Preises  sein,  den  der
Fremde  erhält;  dieser  Eingangszoll  wird  daher  nur  von  deinen  eigenen
Volksgenossen  bezahlt“  1  2  *  * ).
3.  \  Widerlegung  der  sogenannten  Keziprozitätspolitik.
»Ein  von  einem  benachbarten  Volke  erhobener  Eingangszoll  schadet
dem  Volke,  das  verkauft,  insoweit,  als  er  den  möglichen  Verbrauch
feiner  Erzeugnisse  vermindert.  Diese  indirekte  Wirkung  ist  unaus-Kiblich.
  Kann  ihr  aber  durch  Vergeltungsmaßregeln  nicht  begegnet
Werden?  England  hat  auf  französische  Weine  einen  ungeheueren
mll  gelegt,  der  denVerbrauch  bedeutend  einschränkt;  wird  England
, er  eher  imstande  sein,  euren  Wein  zu  kaufen,  wenn  ihr  eurerseits
s oine  Produkte  mit  Zoll  belegt?  Wird  der  Nachteil,  den  ihr  erleidet,
geringer  durch  den,  den  ihr  England  zufügt  ?“ ;
Wir  haben  hier  viel  zitiert,  denn  seit  100  Jahren  ist  in  dieser
ra ge  nichts  überzeugenderes  gesagt  worden?
Deshalb  wurde  diesen  Theorien  auch  sofort  eine  gesetzliche  Bestätigung ­
  durch  die  Edikte  von  1763  und  1766  gegeben,  in  denen
l  Freiheit  des  Getreidehandels  erst  im  Inlande,  dann  mit  dem  Ausaude
  gewährt  wurde,  allerdings  noch  mit  einigen  schwerwiegenden
Schränkungen.  Unglücklicherweise  zeigte  sich  die  Natur  ihren
^treuen  Bewunderern,  den  Physiokraten,  gegenüber  sehr  undankbar.
’ e  suchte  das  Land  sogleich  mit  4  oder  5  aufeinander  folgenden
Mißernten

das  Land  sogle:
heim,  an  denen

;h  mit
das  Volk

selbstverständlich  den  neuen

1 )  S.  576.  „Wenn  man  der  Sache  anf  den  Grund  geht  was  haben  Sie  denn
gewonnen,  stets  ins  Ausland  verkaufen  zu  wollen,  ohne  dessen  Waren  aufzunehmen.  ...
^  das  Sie  nicht  zu  halten  vermögen  und  das  Ihren  Händen  entgleitet  ohne  daß
* S  Änen  von  Nutzen  gewesen  wäre!  ...  Je  mehr  sich  das  Geld  vermehrt  um  so
^  verliert  es  an  Kaufkraft,  während  die  anderen  Waren,  mit  ihm  verglichen,  an
ert  zunehmen“  (Mercier  de  da  ßivikRE,  S.  580,  o83)
2 )  Töhgot,  (Buvres  I,  S.  189.  -  „Wenn  ihr  die  fremden  Kaufleute  durch
eur e  Steuer
sie

<ue  e  .  ern  vertreibt,  so  werden  sie  euch  die  nötigen  Waren  nur  bringen,  indem
Di a ,  se lbst  die  Abgaben  auferlegeu,  mit  denen  ihr  sie  belasten  wolltet“  (Qübsnay,
l0 gues).
            
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