fullscreen: Die Nationalökonomie in Frankreich

Geschichtlicher Überblick 
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Courcelle-Seneuil scheidet in der Nationalökonomie 
Theorie und Praxis. Er teilt die Wissenschaft nämlich ein in 
Plutologie und Ergonomie. Philologie ist „die Wissenschaft, 
welche die Ursachen und die Bedingungen des Reichtums der 
Gesellschaften und der Individuen feststellt“ x ). Ergonomie 
(— Anordnung der Arbeit) ist „die Kunstlehre, welche die all 
gemeinen Mittel, durch welche der Reichtum der Gesellschaften 
und der Individuen vermehrt werden kann, zu erkennen 
strebt“ 2 ). 
Zunächst die Plutologie. „DerReichtum einer Gesellschaft 
hängt von der Summe von Gütern ab, welche sie gewöhnlich 
erzeugt und verbraucht, sowie von der Bevölkerungsziffer. Der 
Reichtum der Individuen hängt von denselben Ursachen ab 
und außerdem von dem allgemeinen System der Güteraneignung, 
welches in der Gesellschaft, in der sie leben, besteht.“ Daher 
sind zunächst „die allgemeinen Gesetze und Bedingungen der 
Produktion und des Verbrauches der Güter zu untersuchen. 
Die Plutologie wird uns so die Aneignungstatsache (ob unter der 
Herrschaft der freien Konkurrenz, oder unter derjenigen von 
Autorität und Herkommen) als die grundlegende Kategorie des 
Wirtschaftslebens erweisen“ 3 ). 
Zweitens die Ergonomie. „Die Anordnung der Arbeit und 
die Aneignung der Güter hängen zum Teil ab von den staat 
lichen Gesetzen oder den Handlungen der öffentlichen Autori 
täten, zum Teil von der freien Betätigung der Individuen“ 4 ). 
Daher sind zu unterscheiden: 
1. Polionomie, oder die Lehre von den Befugnissen der 
öffentlichen Gewalt, die sich in gesetzgeberische und admini 
strative gliedern. 
2. Economique, die Lehre von der freien Betätigung der 
Privaten. 
Zu diesen Teilen tritt noch hinzu : 
3. Equistique (von dem griechischen oixi^co), d. h. Fragen 
der Auswanderung^ und Kolonialpolitik. 
]) Courcelle-Seneuil, Traité d’économie politique, 2. Ausi. 1867 , Bd. I, 
p. 22. 
2 ) ibid. 
s ) ibid., p. 41 ff. 
4 ) ibid., p. 22.
	        
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