Geschichtlicher Überblick
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Courcelle-Seneuil scheidet in der Nationalökonomie
Theorie und Praxis. Er teilt die Wissenschaft nämlich ein in
Plutologie und Ergonomie. Philologie ist „die Wissenschaft,
welche die Ursachen und die Bedingungen des Reichtums der
Gesellschaften und der Individuen feststellt“ x ). Ergonomie
(— Anordnung der Arbeit) ist „die Kunstlehre, welche die all
gemeinen Mittel, durch welche der Reichtum der Gesellschaften
und der Individuen vermehrt werden kann, zu erkennen
strebt“ 2 ).
Zunächst die Plutologie. „DerReichtum einer Gesellschaft
hängt von der Summe von Gütern ab, welche sie gewöhnlich
erzeugt und verbraucht, sowie von der Bevölkerungsziffer. Der
Reichtum der Individuen hängt von denselben Ursachen ab
und außerdem von dem allgemeinen System der Güteraneignung,
welches in der Gesellschaft, in der sie leben, besteht.“ Daher
sind zunächst „die allgemeinen Gesetze und Bedingungen der
Produktion und des Verbrauches der Güter zu untersuchen.
Die Plutologie wird uns so die Aneignungstatsache (ob unter der
Herrschaft der freien Konkurrenz, oder unter derjenigen von
Autorität und Herkommen) als die grundlegende Kategorie des
Wirtschaftslebens erweisen“ 3 ).
Zweitens die Ergonomie. „Die Anordnung der Arbeit und
die Aneignung der Güter hängen zum Teil ab von den staat
lichen Gesetzen oder den Handlungen der öffentlichen Autori
täten, zum Teil von der freien Betätigung der Individuen“ 4 ).
Daher sind zu unterscheiden:
1. Polionomie, oder die Lehre von den Befugnissen der
öffentlichen Gewalt, die sich in gesetzgeberische und admini
strative gliedern.
2. Economique, die Lehre von der freien Betätigung der
Privaten.
Zu diesen Teilen tritt noch hinzu :
3. Equistique (von dem griechischen oixi^co), d. h. Fragen
der Auswanderung^ und Kolonialpolitik.
]) Courcelle-Seneuil, Traité d’économie politique, 2. Ausi. 1867 , Bd. I,
p. 22.
2 ) ibid.
s ) ibid., p. 41 ff.
4 ) ibid., p. 22.