Full text : Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russisch-Polen und dem Deutschen Reiche und die sich daraus für den Friedensschluss ergebenden Folgerungen

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Entwickelung  und  eines  weiteren  Ausbaues  genommen  oder  zum
mindesten  durch  die  Notwendigkeit  des  Zusammenwirkens  zweier
Staaten  außerordentlich  erschwert  sein.
Es  muß  aber  auch  aus  allgemeinen  deutschen  Jnteressengründen
  gefordert  werden,  daß  die  Grenze  des  eventuell  an
Deutschland  anzugliedernden  Teiles  Russisch-Polens  erheblich
weiter  nach  Osten  hinausgeschoben  wird,  da  Deutschland  und  insbesondere ­
  die  oberschlesische  Industrie  sonst  von  jedem  direkten
Verkehr  mit  Rußland  abgeschnitten  wäre.
Verlangen  die  deutschen  Interessen  unbedingt,  daß  die
Warschau  —  Wiener  Bahn  fest  in  deutschen
Händen  bleibt,  so  erscheint  es  doch  äußerst  fraglich,  ob  diese
eine  Bahnlinie  den  deutschen,  insbesondere  den  oberschlesischen
Interessen  genügen  würde.  Bisher  gehen,  wie  ausgeführt,  von
Deutschland  nach  Rußland  8  Eisenbahnlinien,  von  denen  7  durch
Polen  führen.  Von  österreichischer  Seite  dagegen  führt  nur
eine  Bahnlinie  in  polnisches  Gebiet;  das  beweist  u.  E.  zur
Genüge,  daß  die  Beziehungen  zwischen  Deutschland ­
  und  Rußland  b  e  z  w.  Russisch-Polen  von
jeher  w  e  i  t  enger  waren,  als  die  zwischen
Österreich  und  R  u  ß  l  a  n  d  und  läßt  daher  auch
das  Verlangen  nach  Aufrechterhaltung  dieser
Beziehungen  als  natürlich  und  begründet
erscheine  n.
Bei  der  künftigen  Gestaltung  der  Verhältnisse  Polens  muß
Deutschland  daher  auch  über  die  Warschau  —
Wiener  Bahn  hinaus  Einfluß  auf  die  Eisenbahn ­
  v  e  r  k  e  h  r  s  w  e  g  e,  insbesondere  auf  die
Weichselbahn  über  Jwangorod  erhalten.  Dieser-Einfluß
  kann  Österreich  gegenüber  nur  durch  gleichzeitige  Angliederung ­
  des  entsprechenden  Landesgebietes  Polens  an  Deutsch
land  sicher  gestellt  werden,  da  andernfalls  Österreich  alles  daran
setzen  würde,  eine  Benutzung  der  Bahnlinie  durch  Deutschland
zu  verhindern,  um  es,  soweit  nur  irgend  möglich,  von  seinen  alten
Handelsbeziehungen  zu  Rußland  und  Russisch-Polen  abzudrängen.
Zum  mindesten  niüßten  daher,  wenn  sich  eine  Angliederung  der
entsprechenden  Gebietsteile  nicht  erreichen  lassen  sollte,  mit
Österreich  bindende  Abmachungen  getroffen  werden,  durch
die  der  deutsche  Einfluß  auch  auf  die  Weichselbahn  unbedingt  sicher
gestellt  wäre.  Die  deutsche  Ausfuhr  nach  Polen  und  die  Durchfuhr
nach  Rußland  muß  unbedingt  unabhängig  von  dem  österreichischen ­
  Einfluß  gestaltet  werden.
Die  Durchfuhrbahnen  aus  Deutschland
nach  Rußland  diirfen  daher  keinesfalls  in
            
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