Memoriale.
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sehe, kontenmäßige Verrechnung im Hauptbuch vorzubereiten.
Es sind registrierende Bücher.'
Zu unterscheiden sind:
1. Ein einheitliches Memorial, jedoch mit Trennung der
Kreditposten von den Bargeldeinnahmen und -ausgahen*)•
(Zweibüchersystem, Memorial und Hauptbuch.)
Monat
Tag
Text
Kredi Iposten
Bargeld
Soll | Haben
Einnahmen
Ausgaben
2. Bar- und Kreditgeschäfte werden in getrennten Büchern
verrechnet 2 ) :
a) Kassenmemorial = Kassenbuch (S. 39, 93) und
b) Memorial (im engeren Sinn, Prima-Nota) für alle anderen
Buchungsposten.
A. Memorial, Prima-Nota.
Dieses Memorial kann
a) alle Kreditposten und Buchungen, mit Ausnahme der
Geldeingänge und -ausgänge, aufnehmen (Ureibüchersystem:)
Memorial, Kassenbuch, Hauptbuch);
ß) gleichartige Buchungsposten zusammenfassen und diese
in einem besonderen Memorial konzentrierend verbuchen. Das
bekannteste Beispiel für dieses Verfahren ist die Abtrennung 3 )
der Waren-(Rohstoff-)Einkäufe und -Verkäufe von den übrigen
Posten; dies erfordert die Führung eines Kassenbuches, eines
Warenemkaufs-, eines Wareneerkaufsbuches, eines Memorials für
alle anderen Buchungsposten — besonders für die Zahlungs
und Ausgleichsbuchungen — und des Hauptbuches (Fünfbücher
system). Schon de la Porte 4 ) 1748 beschreibt Ein- und Ver
kaufsbuch. Das Wareneinkaufsbuch bzw. -Journal sammelt alle
x ) Diese Form wurde — nach Schrott, a. a. O. S.230 — zuerst in dem
von der österr. Hofrechnungskammer herausgegebenen Werke (Praktischer
Unterricht zur verbesserten doppelten Buchhaltung, Wien 1770) gelehrt.
2 ) Nach Sehrolt S. 231 schon bei Hellwig (Anweisung zur Erlernung
der italienischen doppelten Buchhaltung, Berlin 1774) zu finden.
3 ) Gesetz der Büchcrspa'Uung nach Wieske, Organisationsgesetze der
Buchhaltung in Theorie und Praxis, Berlin 1914. S. 27 f.
<) La science des N6gocians et Teneurs de Livres, Paris 1748.
Lettner, Buchhaltung und Bilanzkunde. I. 6. u. 7. Aufl. 10