8
Getreide.
1878
1898
Differenz
Raps
179
88
-51 o/o
Hopfen
41
39
- 5 o/„
W ein
119
117
- 1 o/o
Kleesamen
84
75
-11%
Klee
1 898
1 802
- 5 o/ 0
Luzerne
233
215
- 8 o/o
Esparsette
128
96
-25 o/ 0
Runkelrüben
331
471
+ 30 0/ 0
Möhren, weisse Kohlrüben .
390
499
+ 28 %
Die deutsche Landwirthschaft hat hiernach nahezu ein Drittel des
Ackers mitBrotfrüchten, über die Hälfte mit Getreide überhaupt bestellt.
Damit ist sie, da ein Wechsel des Anbaus aufrecht erhalten werden
muss, an der Grenze des Möglichen angelangt und kann eine
nennenswerthe Zunahme des Getreidebaues für die Zukunft
kaum mehr in Aussicht stellen.
Trotzdem konnte sie den einheimischen Bedarf nicht entfernt
decken. Derselbe betrug 1880/98 im Jahresdurchschnitt 9,25 Millionen
Tonnen; hiervon deckte die einheimische Landwirthschaft 7,9 Millionen,
sodass wir mit 1,35 Millionen auf das Ausland angewiesen blieben.
Das Ausland muss bereits seit Jahrzehnten, und zwar in andauernd
steigendem Umfange zur Ernährung des deutschen Volkes herange
zogen werden. Die Mehreinfuhr von Brotfrüchten betrug im Jahres
durchschnitt :
1853—62 ... 128 Tausend Tonnen
1863 -72 ... 244 „ „
1873—82 . . . 803 ,,
1885—94 ... 1 177 „
1895- 98 ... 1 966 „ „
Es ist dabei noch zu beachten, dass der in Deutschland heute
mit Vorliebe angebaute englische Weichweizen, seines allzu geringen
Klebergehaltes wegen, der Mischung mit ausländischem Getreide
bedarf, um mahl- und backfähig zu werden. Wollte man aber zum
Anbau der früher vorwiegend producirten Weizensorten zurück
kehren, so würde sich, weil diese nicht im gleichen Maasse ergiebig
sind, das Deficit noch beträchtlich erhöhen.