7* Bucharm; Oekonomik.
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Nun entsteht die Frage: Wie ist das neue Gleichgewicht
möglich — einerseits das Gleichgewicht innerhalb der Landwirtschaft
selbst und andererseits das Gleichgewicht zwischen Stadt
und Land?
Diese Frage ist für das Schicksal der Menschheit entscheidend,
denn sie ist die wichtigste und komplizierteste Frage.*)
Wir haben bereits gesehen, daß der allgemeine Typus des
neuen Gleichgewichtes der umgestülpte Typus (die dialektische
Negation) des Gleichgewichtes in den Verhältnissen des staatskapitalistischen
Systems sein muß.
Betrachten wir vor allem den Prozeß innerhalb der Land--
Wirtschaft.
Das Zerreißen der Verbindungen zwischen den verschiedenen
Personenelementen der großkapitalistischen Wirtschaft
muß durch eine Organisation dieser Elemente in
neuer Kombination ersetzt werden. Eigentlich ist das
Problem hier derselben Art wie auch in der Industrie,
Es wird jedoch durch zwei Momente kompliziert: erstens
durch eine teilweise Zerstörung der großkapitalistischen Wirtschaft
als Großwirtschaft überhaupt; zweitens durch einen
viel geringeren Reifegrad des Landproletariats selbst. Das erstere
ist im Kampfe um den Grund und Boden von seiten des Bauerntums
unvermeidlich. Begreiflich, daß die Größe der Zugeständnisse
stark schwankt, je nach dem spezifischen Gewicht des
*) Kautsky hat daher recht, wenn er schreibt („Sozialisierung der
Landwirtschaft“, Vorwort S. 12); „Für uns ist das agrarische Problem das
komplizierteste, aber auch das wichtigste der Revolution." Jedoch das
ganze Unglück Kautskys besteht eben darin, daß er gerade die ganze Kompliziertheit
des Problems nicht sieht und nicht versteht. Für ihn gibt
es nicht den grundlegenden „komplizierenden" Faktor, den Klassenkampf
der verschiedenen Gesellschaftsgruppen. Logisch ist dies mit dem Verkennen
des Umstandes verbunden, daß die Produktionsverhältnisse der
kapitalistischen Gesellschaft zugleich auch soziale Klassenverhältnisse und
technische Arbeitsverhältnisse sind.