Full text : Oekonomik der Transformationsperiode

ordentlich  große  organisatorische  Rolle  spielen  die  Banken.  Sie
bringen  die  Einlagen  in  die  Staatsbank,  die  Staatsbank  zentralisiert ­
  ihrerseits  die  gewaltigen  Summen  (es  genügt,  allein  an  die
Kriegsanleihen  zu  erinnern)  und  führt  sie  der  Kriegsindustrie  zu.
Da  die  Einlagen  in  gewissem  Grade  das  periodisch  freiwerdende
Kapital  darstellen,  so  bedeutet  ihre  organisatorische  „Verteilung"
durch  die  Staatsbank  die  tatsächliche  Unterwerfung  der  Industrie
unter  die  Staatsbank  und  die  Verwandlung  des  Unternehmergewinns ­
  in  von  dieser  Bank  ausgezahlte  Zinsen,  Folglich  verwandeln ­
  sich  auch  auf  diesem  Wege  die  kapitalistischen  Produktionsverhältnisse ­
  in  staatskapitalistische,  und  die  verschiedenen ­
  Arten  des  kapitalistischen  Gewinns  gleichen  sich  aus,  verwandeln ­
  sich  in  eine  eigentümliche  „Dividende",  die  ausgezahlt
wird  von  einem  einheitlichen  kapitalistischen  Kollektiv-Unternehmen, ­
  einer  einheitlichen  Aktiengesellschaft,  einem  Trust,  wie
ihn  der  imperialistische  Staat  darstellt,*)
Die  Typen  der  organisatorischen  Verbundenheit  in  ihrer
konkreten  Gestaltung  sind  hier  verschieden;  sie  unterscheiden
sich  durch  ihren  Funktionscharakter:  wir  haben  es  hier  auch  mit
einer  planmäßigen  Organisation  zu  tun,  wo  neue,  stabile  produktions-technische
  Einheiten  entstehen  (als  Beispiele  können  die
Zwangstrusts  dienen,  die  eine  ganze  Reihe  früherer  Produktionsverbände ­
  zentralisieren,  die  Staatsmonopole  usw.);  auch  die  einfache ­
  „Regulierung“  ist  dabei  (z.  B,  die  Absatz-  und  Einnahmepflicht) ­
  ;  schließlich  ist  hier  noch  ein  niedrigeres  Element  des
organisierenden  Prozesses,  —  die  Normierung**)  dabei;  als
and  measurcs  to  that  end“  (The  Economic  Journal,  march  1916)  und  die
Daten  in  der  englischen  Zeitschrift  „The  Economist"  (ebenda  über  England).
*)  Ueber  die  juristischen  Normen  und  Formen  der  staatskapitalistischen
Beziehungen  vergl,  Prof.  Hatschek;  „Die  Rechtstechnik  des  Kriegssozialistnus"
  (Deutsche  Revue,  Juni  1916).
**)  Die  Terminologie  ist  hier  in  dem  Sinne  benutzt,  wie  sie  von  Gen.
A.  Bogdanow  gebraucht  wird.  Vergl.  seinen  Aufsatz  über  die  Tendenzen
der  proletarischen  Kultur  in;  „Proletarische  Kultur“,  auch  „Allgemeine  Organisationslehre“ ­
  (russisch).
Bucharm:  Oekonomik.
            
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