WANDLEGNGS VORGANG ELS.-LOTHE,. BEVÖLKERUNGSGRUPPEN. 39
wenn sie mit dazu beiträgt, die Arbeitskräfte au die Stelle
zu verschieben, wo wir sie heute am notwendigsten brauchen,
nach der Urproduktion.
So sind wir bei der Frage angelangt, welche Richtung
Deutschland seiner weiteren wirtschaftlichen Entwicklung
geben muß, um sein Volk ernähren zu können. Die Vorbedingungen
für das Leben unseres Volkes sind andere als
vor dem Kriege. Deutschland steht vor der Aufgabe, die
Uebervölkerung, die heute in seinen Grenzen besteht, zu
überwinden, ohne einen ungeheuren Kraftverlust zu erleiden,
wie ihn die drohende Auswanderung bedeutet. Die
drohende Auswanderung. Damit ist ganz allgemein die Beantwortung
der Frage, die wir uns gestellt hatten, in ihrem
ersten Teil durchgeführt: Warum bedeutet die elsaß-lothringische
Einwanderung nach Deutschland seit November
1918 keine Stärkung, sondern eine Schwächung unserer
Volkswirtschaft? Wir hatten uns klar gemacht, daß Einwanderungen
eine Stärkung für eine Volkswirtschaft bedeuten,
wenn die beiden Bedingungen erfüllt sind:
1) die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Zuzuglandes
;
2) eine den wirtschaftlichen Verhältnissen und den
Arbeitsmöglichkeiten des Zuzuglandes angepaßte Einstellung
der Einwanderer.
Die erste Bedingung liegt heute in Deutschland nicht
vor. Eine gewisse Äbschwächung dieser Verneinung ist
jedoch möglich, wenn wir die nötige Umgruppierung unserer
nationalen Arbeitskräfte berücksichtigen.
Wir dürfen bei einer Prüfung der Aufnahmefähigkeit
unserer Volkswirtschaft nicht allein ihre heutige Lage in
Betracht ziehen, sondern müssen uns vielmehr vergegenwärtigen,
welches ihre Weiterentwicklung sein muß, wenn
unser Wirtschaftsleben wieder gesunden soll.
2. DIE NOTWENDIGE VERÄNDERUNG DER DEUTSCHEN
VOLKSWIRTSCHAFT.
Friedrich List verlangt in seinem „Nationalen System
der politischen Ökonomie“ die harmonische Ausbildung von