Full text : Die Eingliederung der vertriebenen Elsass-Lothringer in das deutsche Wirtschaftsleben im Augenblick seines Tiefstandes

WÄNDERUNGSVOEGANG  ELS.-LOTHE.  BEVÖLKBRÜNGSGEUPPEN.  71
die  Lage  der  Gesamtheit  im  Auge  behalten  und  hei  allen
Maßnahmen  das  Interesse  des  einzelnen  mit  den  Interessen
der  Gesamtheit  in  Einklang  zu  bringen  suchen.
C.  ZURÜCKSTELLUNG  AUSSCHLIESSLICH
MATERIELLER  GESICHTSPUNKTE  BEI  DER  BEURTEILUNG ­
  DER  EINWANDERUNG.
Es  kommt  uns  selbstverständlich  bei  der  Besprechung
der  wirtschaftlichen  Notlage  Deutschlands  und  der  Eingliederung ­
  der  vertriebenen  Elsaß-Lothringer  in  diese  darniederliegende ­
  Volkswirtschaft  vor  allem  darauf  an,  zu
erkennen,  unter  welchen  Bedingungen  sich  dieser  Vorgang
vollzieht,  welche  Organisationen  mit  dieser  schweren  Aufgabe ­
  betraut  wurden  oder  sich  von  sich  aus  befassen,
welche  Maßnahmen  ergriffen  wurden,  und  wie  diese  Organisationen ­
  und  Maßnahmen  mit  Rücksicht  auf  den  einzelnen ­
  Vertriebenen  und  auf  unsere  wirtschaftliche  Lage
und  Entwicklung  zu  beurteilen  sind.  Wir  haben  erkannt,
daß  die  elsaß-lothringische  Einwanderung  vom  wirtschaftlichen ­
  Gesichtspunkt  aus  eine  schwere  Belastung  unserer
Volkswirtschaft  bedeutet.
Aber  die  Zukunft  eines  Volkes  hängt  nicht  allein  von
den  Muskeln  seiner  Arbeitskräfte  Und  von  dem  Stand
seiner  landwirtschaftlichen  und  gewerblichen  Produktion
ab,  sie  ist  wesentlich  bedingt  durch  die  geistige  Beschaffenheit ­
  jedes  einzelnen  Volksgliedes,  man  könnte  sagen,  durch
die  Beschaffenheit  der  Volksseele.  Der  Glaube  des  Einzelnen ­
  an  sein  Volk,  sein  Wille  mitzuarbeiten  an  der  Verwirklichung ­
  einer  wahren  Volksgemeinschaft,  die  über  die
Tagessorgen  hinweg  ihren  Blick  auf  große  politische  und
kulturelle  Ziele  zu  richten  vermag,  kann  unter  Umständen
mehr  Kraftzufuhr  für  ein  Volk  bedeuten,  als  der  Zufluß
von  Kapital  und  nötiger  Arbeitskraft,  und  dies  ganz  besonders ­
  bei  einem  wirtschaftlich  schwer  leidenden  Volk.
Denn  hier  ist  die  Gefahr  am  größten,  daß  in  der  ‘materiellen ­
  Not  eine  viel  gefährlichere  geistige  Not  ein  Volk
erfaßt.  Wahrhaft  soziales  und  nationales  Denken  muß
unser  Volk  davor  bewahren.  Und  wenn  die  vertriebenen
Elsaß-Lothringer  bei  einer  rein  wirtschaftlichen  Betrach ­
            
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