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Die Grundlagen.
Vor allem muß den Betriebsteilen selbst jede Mehrarbeit nach Möglichkeit erspart bleiben;
meist wird daher das gesamte Vordruckwesen von vornherein den statistischen Zwecken ange
paßt werden müssen, wobei die Erfassung der Zahlen selbst zentral oder örtlich verteilt bei
den einzelnen Betriebsteilen geschehen kann. Es ist notwendig, daß die statistischen Ergeb
nisse — sofern sie wertvoll sein sollen — kurzfristig fertiggestellt werden: zum Monats- oder
Wochenende, zu bestimmten Terminen, Sitzungen u. ä. müssen die Ziffern vorliegen, was regel
mäßig beim Herannahen dieser Zeitpunkte ein Zusammendrängen der Zahlenleistungen zur
Folge hat und eine genaue Zeiteinteilung und Vorbereitung der Arbeit notwendig macht, wobei
gut eingerichtete Registraturen und Terminbeobachtung Vorbedingung sind.
Aufmerksame und gewissenhafte Kleinarbeit sowie Schreib- und Rechengewandtheit,
vielleicht auch etwas Zeichen- und Einteilungsvermögen werden im statistischen Büro ge
braucht, weshalb sich weibliche Kräfte besonders für diese Arbeit zu eignen scheinen.
Naturgemäß ist die Statistik beim Großbetrieb wichtiger als beim Mittel- und Klein
betrieb, obwohl auch dieser nicht gern auf ein paar Zusammenstellungen der wichtigsten
Zahlen verzichtet, wobei ihm jedoch fast nie der Gedanke kommt, daß er „Statistik“ treibt.
Für den Großbetrieb ist eine gut ausgebaute Statistik heute fast unentbehrlich, da die viel
fältigen äußeren und inneren Vorgänge des Betriebes sonst völlig unübersehbar wären.
c) Das dritte Gebiet der kaufmännischen Nebenarbeit stellt der Zahlungs
und Kreditverkehr dar.
Da früher fast jeder Handel zugleich Großhandel war, dem nicht nur der Transport der
Ware, sondern auch die Leistung der Zahlungen in fremden Währungen oblag, haben sich bald
als Hilfseinrichtungen die Wechselstellen, Messen und Börsen gebildet. Kenntnis des fremden
Münzwesens und der Handels- und Zahlungsgebräuohe war vor allem nötig, um den Zahlungs
verkehr zu pflegen, während der innere Geldverkehr dagegen zurüoktrat. Der Geldverkehr
war das ureigene Gebiet des Kaufmanns selbst; nur der Zahlmeister, der im Aufträge des
Chefs bestimmte Weisungen ausführte, bestand daneben. Heute ist jedoch die Übersicht über
die Geldmittel und die Pflege des Geld- und Kreditverkehrs zu einer wichtigen Hilfsaufgabe
des Kaufmanns geworden. Nur noch die ganz großen Entscheidungen sind dem Leiter Vor
behalten: ob eigenes oder fremdes Geld benutzt werden soll und kann und in welcher Form
und Höhe, wo und zu welchen Bedingungen Geld aufgenommen oder Kredit gewährt werden
soll u. ä. Daneben aber ist die Durchführung des eigentlichen Zahlungs- und Kreditverkehrs
zu einer zwar umfangreichen und große Sorgfalt erfordernden, aber im ganzen doch unter
geordneten Tätigkeit geworden: der Zahlmeister hat seine Befugnisse und Arbeitsgebiete
erweitert. Die Durchführung der einzelnen Zahlungsvorgänge geht nur noch zum kleinen
Teil durch Barzahlung vor sich; im wesentlichen sind es nur noch die Löhne und Gehälter und
sonstige kleinere Beträge, die bar ausgezahlt werden.
Gewöhnlich tritt der Überweisungsverkehr in Kraft, der meist ein Ausfüllen von Vordrucken
unter Beachtung der von der Kassenleitung erlassenen Bestimmungen ist und somit von unter
geordneten und wenig vorgebildeten Personen erledigt werden kann. Gewissenhaftigkeit,
peinliche Sorgfalt und Ehrlichkeit sind die Haupterfordernisse der mit dem Zahlungsverkehr
betrauten Hilfsarbeiter. Nur für die Leitung des Geldverkehrs ist noch organisatorisches Ver
ständnis in hohem Maße notwendig sowie die Übersicht über die Zahlungsfähigkeit, welche das
A und O jeglicher Kassenführung ist. Ihre Erhaltung erfordert im einzelnen großes Geschick
in der Abwägung und Beobachtung der einzelnen Zahlungsformen, in der Beurteilung der
Schuldner und Gläubiger und auch der Möglichkeiten einer etwaigen Verflüssigung fester Ver
mögensteile. Doch ist, wie schon bemerkt, für den Zahlungsverkehr selbst mehr das Vordruck
wesen bedeutsam.
d) Insbesondere in den Großbetrieben treten neue Nebenarbeiten auf; die Orga
nisation und die Verwaltung.
Unter Organisation soll hier die Einrichtung und Ausgestaltung der betrieblichen Ar
beit nach dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit verstanden werden. Die organisatorische Ar
beit ist fast ausschließlich geistiger Art: es handelt sich um die Überlegungen, welche Einrich
tungen und Verfahren im Betriebe Anwendung finden müssen, um einen wirtschaftlichen und
reibungslosen Ablauf der Gesamtarbeit zu gewährleisten.
Es sind also die Mitarbeiter, die Maschinen und sonstigen Betriebseinrichtungen nach ihren
für den Betriebsablauf günstigsten Eigenschaften auszuwählen und die schädlichen Einflüsse
auszuschalten, ferner Ordnung in die Vielfalt der betrieblichen Mittel und Arbeitsweisen zu
bringen, eine genaue Zeit- und Ortseinteilung vorzunehmen, bestimmte Geschäfts- und Ar-
beitsanweisungen zu erlassen, Vordrucke für die auszuführenden Schreib- und Rechenarbeiten
zu entwerfen, Arbeitsvorgänge zu unterteilen und zu häufen, um sie wirtschaftlicher vornehmen
zu können, die für eine bessere, billigere oder schnelle Arbeitsweise notwendigen mechanischen
Verfahren und Apparate zu prüfen u. ä. Endlich gehört zum Bereich der organisatorischen
Arbeit als Nebenarbeit für die eigentliche kaufmännische Tätigkeit auch die Zusammenfassung