fullscreen : Die Einrichtungen der preußischen Landkreise auf dem Gebiete der Kriegswirtschaft

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mit  Rücksicht  auf  ihre  eigenen  Angelegenheiten,  sondern  auch
anderer  Hilfe  wegen  reklamiert  oder  beurlaubt  sind,  der  ihnen  auferlegten ­
  Nachbarhilfe  auch  tatsächlich  in  vollem  Maße  nachkommen; ­
  die  Säumigen  sind  ohne  Rücksicht  der  Kriegswirtschaftsstelle ­
  mitzuteilen.
Beschaffung  von  Betriebsmitteln.  Vermehrter
Anbau  von  Kartoffeln  ist  dringend  anzuraten.  An  Saatkartoffeln
  wird  aller  Voraussicht  nach  ein  Mangel  nicht  eintreten,
selbst  wenn  der  Kartoffelbau  1918  vermehrt  wird.  Die  Kartoffel
hat  sich  als  Retter  im  Kriege  erwiesen,  indem  sie  die  wesentlichste
Grundlage  für  die  menschliche  Ernährung  bildete.  Auf  den  Morgen
gerechnet  bringt  die  Ernte  an  Kartoffeln  mehr  Nahrungsstoffe  als
die  anderer  Früchte,  die  an  ihrer  Stelle  gebaut  werden,  wie  z.  B,
Hafer.  Über  die  Düngungsschwierigkeiten  für  die  Kartoffeln  wird
man  hinwegkommen.  Man  muß  den  für  die  Kartoffeln  nötigen
Stalldünger  je  nach  den  Umständen  strecken,  um  mehr  Land  düngen
zu  können.  Es  ist  Aussicht  vorhanden,  im  Frühjahr  300  bis
400  Zentner  Madrows  Industrie,  erste  Aussaat,  aus  dem  Osten
für  den  Kreis  zu  erhalten.  Meldungen  für  deren  Bezug  sind  an
den  Kreisausschuß,  Abteilung  Kriegswirtschaft,  zu  richten.
Der  Kreis  hat  kleine  Mengen  von  Hafer  und  Sommergerste ­
  für  Saatzwecke  beschafft.  Die  Beschaffung  von  Ackerbohnen ­
  ist  in  die  Wege  geleitet.  Da  es  sich  hier  aber  mir  um  kleine
Mengen  handelt,  muß  jeder  bedacht  sein,  sich  das  nötige  Saatgut
selber  zu  beschaffen.  Mischfaaten  von  Bohnen  und  Hafer  bringen
mehr  und  sicherer  im  Ertrag  als  Bohnen  oder  Hafer  allein.
Um  Wicken  wird  der  Kreis  sich  wie  im  Vorjahre  bemühen.
Serradellasaat  wird,  wegen  der  Mißernte  im  vorigen  Jahre,
schwer  zu  haben  sein;  wer  sie  braucht,  muß  sie  sich  bald  beschaffen.
Für  den  Zwifchenfruchtbau  wird  auch  auf  Inkarnatklee  und
G  e  l  b  k  l  e  e  hingewiesen.  Der  Spörgel,  der  für  diesen  Zweck  auch
vielfach  empfohlen  wird,  ist  nnr  ein  minderwertiger  Notbehelf.
Für  die  Beschaffung  von  Rotklee  und  Wcißklee  muß  jeder
rechtzeitig  selbst  sorgen.
Auf  den  Anbau  von  Flachs  soll  hier  besonders  empfehlend
hingewiesen  werden.  Wer  Flachs  anbaut,  sichert  sich  zunächst  rund
33  Pfund  Stickstoffdünger  für  den  Morgen.  Der  Preis  für  den
Leinsamen  ist  auf  37  M.  für  den  Zentner  festgesetzt.  Der  rohe
Stengelflachs  wird  im  Durchschnitt  mit  15  M.  für  den  Zentner
abgenommen.  (Mindestpreis  11  M.,  Höchstpreis  16  M.)  Röstflachs
  wird  im  Durchschnitt  mit  22,50  M.  für  den  Zentner
bezahlt  (Mindestpreis  18  M.,  Höchstpreis  26  M.)  Der  Flachs-
            
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