42
(„über", wegen der indirekten Notierung) die Parität von
1/4 steigen, um eine Remittierung von Gold lohnend zu
machen. Diese Kosten *) beziffern sich heute für Gold (und
Silber) von London nach Kalkutta auf
Fracht V2 % = °> 50 °/o
Versicherung 3 / 4 % 0 = 0,075 „
Kurtage Vs °/o = 0,125 „
Nebenspesen = 0,05 „
0,75 0/0,
und zwar für Barrengold und für Sovereigns, da letztere ln
Indien kurant sind und ein Verlust für Fehlgewicht nicht zu
berücksichtigen ist. Hierzu muß für die lange Reisedauer
je nach Zinsfuß ein Zinsverlust von im Durchschnitt 1 / 4 °/ 0
gerechnet werden.
Der indische Goldexportpunkt ist insofern anders, als
die indische Regierung, wie schon erwähnt, zwar verpflich
tet ist, gegen Einlieferung von Gold Rupien herzugeben,
aber eine umgekehrte Pflicht, gegen Rupien, also gegen das
Uralaufsmittel des Landes, Gold oder Sovereigns zu liefern,
nicht besteht. Bei dem ursprünglich im Verkehr befindlichen
geringen Geldvorrat Indiens glaubte man befürchten zu
müssen, daß deshalb bei entsprechender Gestaltung der in
dischen Zahlungsbilanz der Wechselkurs bis auf den Silber
wert fallen könne. Die Entwicklung der Dinge und die tat
sächlich verfolgte Währungspolitik der indischen Regierung
haben diese Befürchtung ausgeräumt, Der Geldvorrat im
Verkehr nimmt dauernd zu, und die Regierung, die aus wäh-
rungs- und ebenso gewichtigen finanzpolitischen Gründen
an der Aufrechterhaltung der Parität interessiert ist, gibt
freiwillig 2 ) Gold zum Parikurse, also 1/4, her und außerdem
in Pfund zahlbare Tratten auf London — sie hält dort eine
in englischen Konsols angelegte sogenannte Goldreserve —
zum Kurse von ca. l/3 7 / s - Daneben hat die indische Regie
rung nach Singer bei der Bank von England ein depositum
reguläre von. Gold als Deckung für die in Indien ausgegebe
nen Kassenscheine und ferner in Indien selbst eine Gold
reserve von 5 Mill, £.
1) Die Angaben von Swoboda sind zu niedrig,
2) Paul George, Die Bewegung des Silberpreises seit 1873,
Jena (Fischer) 1908, S. 65.