Full text: Über asiatische Wechselkurse

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(„über", wegen der indirekten Notierung) die Parität von 
1/4 steigen, um eine Remittierung von Gold lohnend zu 
machen. Diese Kosten *) beziffern sich heute für Gold (und 
Silber) von London nach Kalkutta auf 
Fracht V2 % = °> 50 °/o 
Versicherung 3 / 4 % 0 = 0,075 „ 
Kurtage Vs °/o = 0,125 „ 
Nebenspesen = 0,05 „ 
0,75 0/0, 
und zwar für Barrengold und für Sovereigns, da letztere ln 
Indien kurant sind und ein Verlust für Fehlgewicht nicht zu 
berücksichtigen ist. Hierzu muß für die lange Reisedauer 
je nach Zinsfuß ein Zinsverlust von im Durchschnitt 1 / 4 °/ 0 
gerechnet werden. 
Der indische Goldexportpunkt ist insofern anders, als 
die indische Regierung, wie schon erwähnt, zwar verpflich 
tet ist, gegen Einlieferung von Gold Rupien herzugeben, 
aber eine umgekehrte Pflicht, gegen Rupien, also gegen das 
Uralaufsmittel des Landes, Gold oder Sovereigns zu liefern, 
nicht besteht. Bei dem ursprünglich im Verkehr befindlichen 
geringen Geldvorrat Indiens glaubte man befürchten zu 
müssen, daß deshalb bei entsprechender Gestaltung der in 
dischen Zahlungsbilanz der Wechselkurs bis auf den Silber 
wert fallen könne. Die Entwicklung der Dinge und die tat 
sächlich verfolgte Währungspolitik der indischen Regierung 
haben diese Befürchtung ausgeräumt, Der Geldvorrat im 
Verkehr nimmt dauernd zu, und die Regierung, die aus wäh- 
rungs- und ebenso gewichtigen finanzpolitischen Gründen 
an der Aufrechterhaltung der Parität interessiert ist, gibt 
freiwillig 2 ) Gold zum Parikurse, also 1/4, her und außerdem 
in Pfund zahlbare Tratten auf London — sie hält dort eine 
in englischen Konsols angelegte sogenannte Goldreserve — 
zum Kurse von ca. l/3 7 / s - Daneben hat die indische Regie 
rung nach Singer bei der Bank von England ein depositum 
reguläre von. Gold als Deckung für die in Indien ausgegebe 
nen Kassenscheine und ferner in Indien selbst eine Gold 
reserve von 5 Mill, £. 
1) Die Angaben von Swoboda sind zu niedrig, 
2) Paul George, Die Bewegung des Silberpreises seit 1873, 
Jena (Fischer) 1908, S. 65.
	        
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