Full text: Ferdinand Lassalle

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ich, daß ich für die Sache noch unentbehrlich bin, und 
ich werde meine Pflicht tun." Er schien zur Zukunft der 
von ihm vertretenen Sache das vollste Vertrauen zu 
haben. 
Lassalle war, während er mit mir sprach, in dem 
geräumigen Hotelzimnier beständig auf und nieder ge 
gangen. Er hatte den Kopf etwas gesenkt und bewegte 
ihn pendelnd während des Sprechens hin und her. 
Jedem Satze, dem er Wichtigkeit beilegte, und jedem 
Worte, das er betonte, verlieh er durch eine energische 
Handbewegung besonderen Nachdruck. 
Wie am Abend vorher, so hatte ich auch jetzt fast gar 
nicht gesprochen. Ich schlug eben nur die Themata an, 
die ich von ihm behandelt zu hören wünschte. Inzwischen 
war es zwei Uhr geworden. Lassalle sprach immer 
weiter und so fesselnd, daß ich ihn nicht unterbrechen 
mochte. Er sprach noch eine Stunde. Ich hatte mich 
ein paarmal erhoben, um ihn daran zu erinnern, 
daß wir eigentlich zusammen speisen wollten, aber 
er bemerkte es nicht. Er sprach weiter, bis ich endlich 
um halb vier Uhr etwa mit dem Geständnis herausrückte: 
„Wollen wir nicht essen gehen? Ich habe furchtbaren 
Hunger." Lassalle machte mir Vorwürfe, daß ich ihn 
nicht früher daran erinnert hatte, zog sich schnell den 
Straßenanzug an, und wir klopften eine Treppe tiefer 
bei der Gräfin Hatzfeldt. 
Die Gräfin stand an der Schwelle der Sechzig. Als 
mir Lassalle die Ehre erwies, mich ihr vorzustellen, 
nahm sie ihre Zigarre aus dem Munde und reichte 
mir ihre wohlgepflegte und schön geformte Hand. Mir 
war bekannt, daß sie mit ihrem ährenblonden Haar
	        
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