thumbs : Fortschritt und Armut

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Einleitung.

wurden;  sie  sind  so  tief  in  den  Geist  des  Volkes  eingedrungen,  daß  sie
den  Ideengang  vollständig  verändert,  den  Glauben  verwandelt  und  die
fundainentalsten  Anschauungen  verrückt  haben.  Die  umgehenden
Träume  von  höheren  Daseinsformen  haben  nicht  bloß  Glanz  und  Lebhaftigkeit ­
  gewonnen,  sondern  ihre  Richtung  verändert  —  anstatt  hinter
sich  die  schwachen  Farben  eines  verschwindenden  Sonnenunterganges
zu  sehen,  hat  die  ganze  Glorie  des  Tagesanbruchs  den  Fimmel  vor  ihnen
erhellt.
Ls  ist  wahr,  daß  Enttäuschung  auf  Enttäuschung  gefolgt  ist,  und
daß  Entdeckung  auf  Entdeckung,  Erfindung  auf  Erfindung  weder  die
Mühsal  derer,  welche  am  meisten  der  Erholung  bedürfen,  vermindert,
noch  den  Armen  Fülle  gebracht  hat.  Aber  so  vielen  Ursachen  schien
dieser  Mißerfolg  beigemessen  werden  zu  können,  daß  bis  auf  unsere
Zeit  der  neue  Glaube  kaum  geschwächt  worden  ist.  wir  haben  die  zu
überwindenden  Schwierigkeiten  besser  zu  würdigen  gelernt,  hoffen
aber  gleichwohl,  daß  das  Streben  der  Zeiten  dahin  geht,  sie  zu  überwinden. ­

Jetzt  jedoch  geraten  wir  mit  Tatsachen  in  Kollision,  über  die
kein  Zweifel  möglich  ist.  Von  allen  Seiten  der  zivilisierten  Welt  kommen
Klagen  über  industriellen  Druck,  über  unfreiwillige  Einstellung  der
Arbeit,  über  Anhäufung  müßigen  Kapitals,  über  Geldmangel  unter
den  Geschäftsleuten,  über  Entbehrung,  Sorgen  und  Leiden  unter  den
arbeitenden  Klassen.  Alle  die  dumpfe,  tötende  Pein,  die  herbe,  zum
Wahnsinn  treibende  Sorge,  welche  für  die  große  Menge  in  den  Worten
„schwere  Zeiten"  inbegriffen  sind,  beängstigen  jetzt  die  Welt.  Dieser
Zustand  der  Dinge  ist  Staaten  gemeinsam,  die  nach  ihrer  Lage,  ihren
politischen  Einrichtungen,  ihrer  Besteuerung,  nach  der  Dichtigkeit  der
Bevölkerung  und  nach  sozialer  Gliederung  grundverschieden  sind,  und
kann  daher  schwerlich  durch  lokale  Ursachen  erklärt  werden.  Es  herrscht
Not,  wo  große  stehende  peere  unterhalten  werden,  aber  auch  da,
wo  dies  nicht  der  Fall  ist;  es  herrscht  Not,  wo  Schutzzölle  den  Pandel
törichterweise  hemmen,  aber  auch  da,  wo  der  Pandel  beinahe  frei  ist;
es  herrscht  Not,  wo  noch  autokratische  Regierungen  bestehen,  aber
auch  da,  wo  die  politische  Macht  gänzlich  in  den  pänden  des  Volkes
ist;  in  Ländern,  wo  Papier  Geld  ist,  und  in  Ländern,  wo  Gold  und
Silber  die  alleinigen  Umlaufsmittel  sind.  Augenscheinlich  müssen  wir
hinter  all  diesem  auf  die  gemeinsame  Ursache  schließen.
Daß  es  eine  gemeinsame  Ursache  gibt,  und  daß  dieselbe  entweder
gerade  der  sogenannte  materielle  Fortschritt  oder  doch  etwas  damit
sehr  eng  verknüpftes  ist,  wird  mehr  als  eine  bloße  Schlußfolgerung,
wenn  man  beachtet,  daß  die  Erscheinungen,  welche  wir  unter  dem
Namen  industriellen  Druckes  zusammenfassen,  nur  höhere  Potenzen
von  Erscheinungen  sind,  welche  stets  den  materiellen  Fortschritt  begleiten, ­
  und  welche  sich  um  so  klarer  und  stärker  zeigen,  je  mehr  derselbe ­
  zunimmt,  wo  die  Bedingungen,  auf  welche  der  materielle  Fort-
            
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