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haben, in Wirklichkeit die gesamten in dem Unternehmen mit
arbeitenden Geldwerte knapp mit 2 bis 4 °/ 0 verzinst worden sind.
Der Kurs- und Kauswert der Aktien sei also das Mehrfache des
Nennwerts geworden, und nur die viel geringere Verzinsung des
Verkehrswertes könne für die Beurteilung der gegenwärtigen
Rentabilität exakt herangezogen werden. Zu ähnlichen Schluß
folgerungen kommt Brukner bei der Zergliederung der von Siedereien
erzielten Gewinne. Auch hier zeigt er, daß Fabriken, die 20 und
30 °/ 0 Dividende gaben, die im Werk steckenden Werte nur bescheiden
verzinsen konnten. — Nun sind freilich tatsächlich die Dividenden
einzelner Siedereien im ersten Kriegsjahre um 10 % gegen die letzten
Friedensjahre gestiegen. Ein guter Teil dieser Gewinne wird aber
von den Beteiligten auf den Unistand zurückgeführt, daß bei Erlaß
der Regelung über den Verkehr mit Zucker vom Oktober 1914 die
Siedereien im Interesse der Rohzuckerfabriken und der hinter ihnen
stehenden rübenbauenden Landwirtschaft gezwungen waren, große
Mengen Rohzucker neuer Ernte zur Deckung ihrer Jnlandverkäuse
aufzunehmen und ihre teilweise sehr beträchtlichen alten Rohzucker
bestände liegen zu lassen. Gerade in die Zeit vor der ersten gesetz
lichen Regelung der Zuckerpreise fällt der Jahresabschluß vieler
Siedereien. Als gewissenhafte Kaufleute mußten die Leiter, vor der
gesetzlichen Preisfestlegung, die alten Rohzuckerbestände im Hinblick
auf die stetig fallenden Preise entsprechend niedrig in den Abschluß
einsetzen. Der alte Rohzucker ist dann, bei der nach Weihnachten
einsetzenden allgemeinen Preissteigerung, günstig verwertet und da
mit sind unerwartet hohe Konjunkturgewinne gemacht worden.
Übrigens sind die hohen Gewinne großer Siedereien für das Steigen
des Kleinhandels-Zuckerpreises schwerlich verantwortlich zu machen,
denn an der Zergliederung des Geschäftsabschlusses einer der größten
Siedereien, die einen Dividendenznwachs um 10 aufweist, konnte
gezeigt werden, daß diese Dividendensteigerung ans das Pfund Zucker
nicht ganz einen Sechstel-Pfennig Mehrpreis ausmachte. Der Groß-
unb Kleinhandel dürste im ersten Kriegsjahre das Pfund Zucker
erheblicher, um 5 bis 6 Pfennige, verteuert haben, während er sich
in Friedenszeiten mit 1 bis höchstens 2 Pfennigen begnügte. Denn
die Erzeuger waren während der ganzen Kriegsdauer an Höchstpreise
gebunden, während der Kleinhandel auf lange hinaus unbeschränkt
geblieben ist und der Nutzen des Großhandels erst spät gesetzlich fest
gelegt wurde.
Brukner kommt bei seinen Untersuchungen über die Gewinne
der Zuckerindustrie zuin Schluß: „Überall, wo hohe Dividenden in die
Erscheinung getreten sind, haben wir die gleichen oder ähnlichen Ur-