Full text: Kapitalismus und Sozialismus

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„Zwei Wochen," antworteten Karl und Wilhelm zugleich. 
„Nun also," begann ich wieder. „Jetzt haben wir für die zwei Röcke 
vier Wochen Luchmacherarbeit und eine Woche Schneiderarbeit, macht zu 
sammen fünf Wochen; für die drei Hüte zwei Wochen Filzmacherarbeit und 
eine Woche Hutmacherarbeit, macht drei Wochen. Folglich werden sich also die 
zwei Röcke im Wert zu den drei Hüten verhalten wie fünf Wochen zu drei, 
das heißt sie werden sich im Verhältnis von fünf zu drei austauschen." 
„Wenn also," ergänzte Wilhelm, „die zwei Röcke zum Beispiel 50 Mk. 
kosten, so werden die drei Hüte zusammen 30 Mk. kosten." 
„Oder," fügte Karl hinzu, „man kann auch sagen, daß sich sechs (2X3) 
Röcke gegen 15 (3X5) Hüte eintauschen." 
„Das ist alles recht schön und gut," bemerkte Wilhelm. „Aber ich glaube, 
deine Rechnung hat doch ein Loch. Du sprichst von Schneider und Hutmacher; 
da mag es stimmen, daß sich dem Beruf um so mehr Seute zuwenden, je mehr 
Wert er erzeugt. Wenn wir aber zum Beispiel einen Uhrmacher und einen 
gewöhnlichen Maurer miteinander vergleichen, dann ist klar, daß viele Seute 
eher tauglich sein werden, Maurer als Uhrmacher zu werden. Zu diesem 
Beruf muß man doch viel geschickter sein und auch viel mehr lernen. Da 
stimmt dann deine Rechnung nicht, da werden sich die Werte nicht ausgleichen." 
„Du hast ja ganz recht," erwiderte ich. „Also sehen wir jetzt zu, was 
die Folge davon ist. daß die Arbeit des einen schwerer zu erlernen ist als die 
lles anderen." 
„Nun, da werden eben weniger Seute sich dem schwereren Beruf zu 
wenden," meinte Karl, „und daher werden auch die dort erzeugten Waren 
einen größeren Tauschwert haben." 
„Also wird man zum Beispiel," ergänzte ich, „das Produkt von zwei 
Tagen Maurerarbeit für das Produkt von einem Arbeitstag des Uhrmachers 
hergeben müssen. Ihr seht also, daß das Gesetz, daß sich die Waren in dem 
Verhältnis gegeneinander austauschen, wie sie Arbeitszeit enthalten, in 
dieser Form noch nicht ganz richtig ist. Es ist notwendig, es noch weiter durch 
die Bestimmung zu ergänzen, daß die von einem Arbeiter auf eine Ware auf 
gewendete Arbeitszeit um so mehr Wert schafft, je schwieriger zu erlernen 
und auszuführen diese Arbeit ist."** 
Ilf. 
„Nun können wir," fuhr ich fort, „noch eine Art Probe machen, o» 
unsere Untersuchung uns nicht irregeführt hat. Nehmen wir einmal an, die 
Stadt, in der unser Schneider, Hutmacher, Maurer, Uhrmacher und noch 
viele andere Handwerker leben, sei plötzlich in einen tiefen Schlaf verfallen, 
wie die Bewohner des Schlosses in dem schönen Märchen vom Dornröschen. 
Was wird dann mit all den Häusern, den Werkzeugen, den Warenvorräten 
u. s. w. geschehen?" 
„Da wird alles mit der Zeit kaput gehen," erwiderte Karl. „Bei den 
Dächern wird es hineinregnen, das Werkzeug wird rosten, das Fleisch wird 
faulen, das Vieh davonlaufen oder verhungern, die Straßen werden mit 
Gras überwachsen werden, alles wird ruiniert." 
„Wodurch wird aber nun in Wirklichkeit bewirkt, daß das nicht nur 
nicht geschieht, sondern daß zugleich fortwährend neue Werte geschaffen 
werden, daß zum Beispiel nach einem Jahr mehr Häuser, mehr Sebens- 
mittel, mehr Gerätschaften da sind und diese zusammen einen größeren 
Wert repräsentieren als zu Beginn dieses Jahres?"
	        
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