Full text: Geburtenrückgang u. Sozialreform

‚Den. 
utrie 
DDT 
die 
eds 
ALDteN 
‘So 
einen 
«ar als 
Jeren, 
t die 
iterer 
ıgen, 
erit 
a-1ch 
gen. 
fie 
ulich 
reich 
von 
ung 
In 
zen. 
‚fen. 
‚ben, 
"1qe8 
hen 
Üche 
iofe 
der 
ırzte 
yiete 
nlte 
und 
Sie 
‘ach: 
Ye 
Haft 
Yründe des Geburtenrüdganges . 
IV. Sepwierigleiten der Lebenshalktung jür KHinderreihe Zamilien 
Unfer Wohljtand ijt in den leßten Jahrzehnten gewaltig gewachlen 
and allen Bollstreijen zugute gefommen. Insbejoudere hat fich die Lage der 
[oHnarbeitenden Kajfjen wejentlich gebefjert. Die Löhne find vielfach aufs 
Doppelte und mehr gejtiegen. Gewiß Haben auch die meiften Lebens 
Gedürfnifje: Fleijdh, Milch, Butter, Eier, Wohnung ujw., eine fiarke 
Steigerung erfahren, aber die Mafjenkon umartifel: Getreide bzw. Brot, 
Wartoffeln, Textilwaren u. a., find nicht entjprechend teurer geworden. 
Sedenfall8 verblieb ein ftarfer Überfhuß!) und wur die Gebrauchs- 
befriedigung vor dem Kriegsausbruh — und Für dieje Zeit gilt die Schil- 
derung — reicher und allgemeiner al3 je zuvor. Freizügigkeit und Anuf- 
bebung aller Chebejchränkungen haben e8 in viel weiterm Maße als je früher 
jedem, der gefund und firebjanı ft, ermöglicht, eine Familie zu gründen. 
Die Zahl der unehHelidgen Kinder Hat dementjprechend itetia 
ıfgenommen. Sie betrug auf je 100 Seborene: 
«851,60 1861/70 1871/80 1881/90 1891/1900 1901/10 
11,5 11,5 8,9 9,8 9,1 8,6 
An und für jich liegt Jo der Schluß nahe, daß diejer Jteigende Wohljtand 
auch in der ZahlderEhejhHlieBungeun und in der ehelidhen 
FruGgtbarkeit zum: Ausdruc. kommen müßte. Dies um jo mehr, 
al8 dank der Sozialgefebgebung, dank der reidhern und Humanern öffent: 
ligen und privaten Fürforge andy den Familien, deren Einfommens- 
quellen fpärlidher Mießen oder die durch befondere Schicjalsjchläge Hheint- 
geiucht merden, heute reichere Hilfe wird, als es ur frühern Jahrzehnten 
nıöglih war. Und doch lautet die Schlußfolgerung der Tatlachen ganz 
anders, und auch Hierfür gibt es Gründe. 
Bunächtt hat fih trog des feigenden Süterreichtums der Kanıpf des 
Vebens doch eher verldhärit als erleichtert. Jeder Yt mehr als je auf ich jelbft 
geftellt. Die eigne Kraft und Initiative bringt allein vorwärts, während früher 
der einzelne mehr gehalten und getragen war durch die Gemeinfchaft 
und ihre Ordnung. Wo diejfe perfönlidhe Kraft verjagt, folgt Uımut, Not 
und Clend. Anderfeits find die wirticdhaftlidhen Zufammenhänge viel dunkler 
und fomplizierter und beitinmen viel mehr das Lebensfchidjal des einzelnen. 
Man denke nur an das mit den: Weltmarkt verknüpfte Auf und Nieder 
unjerer wirt{chaftlidhen Konjunkturen, an die damit gegebenen gewaltigen 
Erichütterungen des Arbeitämarktes, an die häufiger wiederkehrenden Zeiten 
') Bol. Bittmann, Arbeiterhaushalte und Teuerung. Jena 1914, Filher. — 
N. €. May (Hamburg) in Schmollers Jahrbuch 1916, Heft 4, S. 7. May erblidt nicht 
etwa in der wirtfehaftlidgen Notlage, fondern umgekehrt in der Verbefferung der Sin: 
tommensverhältnifje der Arbeiter und dem damit gefteigerten Anreiz zu Spareinlagen 
den Srund des Harfen SGeburtenrücganges in Hamburg.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.