Full text : Aktive Währungspolitik

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V'

Ausblick.

Ausblick.
Mit  Hilfe  der  vorgeschlagenen  Reformen  würde  sich  der  Handel  für
eine  Weile  ganz  normal  weiter  entwickeln  können.  Unter  Beibehaltung  der
Goldwährung  und  voller  Ausbildung  des  der  Goldwährung  zu  Grunde
liegenden  Gedankens  vertragsmäßiger  Internationalität  der  Währung  kann
man  tatsächlich  die  Schäden  der  Goldwährung,  die  durch  die  ziellose  Banknotenpolitik
  und  durch  die  ungenügende  Berücksichtigung  des  internationalen
Charakters  der  Goldwährung  überall  zu  Tage  treten,  beseitigen,  und  zwar
für,  eine  Reihe  von  Jahren.  Man  kann  den  Handel  vor  Baisse  und  Hausse
schützen,  freilich  nicht  durch  passives  Gehenlassen,  sondern  durch  eine  ununterbrochene ­
  Kette  aktiver  Handlungen.
Aber  nun  passiert  etwas  ganz  Absonderliches,  etwas  Verdächtiges,  etwas,
was  mit  innerer  Notwendigkeit  das  gesamte  herkömmliche  Geldwesen,  die  Goldwährung, ­
  die  Doppelwährung  wie  auch  die  Papierwährung  dem  Bankerott,
dem  theoretischen  wie  praktischen  Bankerott  entgegentreibt,  und  zwar  merkwürdigerweise ­
  um  so  schneller,  um  so  sicherer,  je  wohltätiger,  je  wirksamer
die  Reformen  waren,  womit  wir  die  Schäden  der  Goldwährung  zu  umgehen
suchten.  Wir  wollten  mit  unseren  Vorschlägen  die  Wirtschaftskrisen  unter
Beibehaltung  der  Goldwährung  beseitigen  —  jetzt  wird  es  sich  zeigen,  daß
die  Krise  Voraussetzung  und  Lebenselement  der  Goldwährung  ist/
daß  die  Goldwährung  zu  ihrem  Bestände  den  Bankerott,  die  Arbeitslosigkeit,
den  Zins  ebenso  nötig  hat,  wie  der  Mensch  die  Lust.  Die  organischen  Schäden
der  Goldwährung  wie  der  ihr  nachgeäfften  Papierwährung  müssen  jetzt  doch
offenbar  werden.
Die  Volkswirtschaft  ist  vor  dem  stetigen  Wechsel  der  Konjunkturen  gesichert. ­
  Das  Geldangebot  wird  dem  Warenangebot  im  In-  und  Auslande
ständig  und  mit  Sorgfalt  derart  angepaßt,  daß  die  Warenpreise  im  Durchschnitt ­
  weder  steigen  noch  fallen  können.  Keine  Krise  unterbricht  mehr  die
ruhige  Entwicklung  der  Volks-  und  privatwirtschast.  Arbeitslosigkeit  existiert
nicht  mehr.  Seit  5~10  —  20  Jahren  hat  man  ununterbrochen  gearbeitet.
Es  ist  jetzt  von  allem,  was  das  Volk  braucht,  reichlich,  überreichlich  da,  und
trotzdem  spricht  niemand  von  Überproduktion,  vom  Niedergang  der  Preise.
Es  wird  eben  immer  genau  so  viel  Geld  in  den  Verkehr  gebracht,  daß  die
Preise  nicht  fallen  können.  Und  so  lange  die  Warenpreise  nicht  sinken,  ist
der  Tausch,  der  Handel  möglich,  kann  der  Kaufmann  Ware  gebrauchen,  wird
auch  weiter  gearbeitet.  Das  Geldangebot  geht  parallel  mit  der  Warenproduktion.
Was  bedeutet  nun  das  alles:  wie  verhält  sich  der  Kapktalzins
zu  dieser  Erscheinung?  Der  Zins  zeigt  das  Verhältnis  an  zwischen
Borgern  und  Verleihern,  wie  der  preis  das  Verhältnis  zwischen  Käufern
und  Verkäufern  anzeigt.  Viele  Borger,  hoher  Zins  /  viele  Verleiher,  niedriger
Zins,-  wenig  Borger,  niedriger  Zins,-  wenig  Verleiher,  hoher  Zins.
Wenn  nun  seit  5  —  10  —  20  Jahren  ohne  Krise,  d.  h.  ohne  Unterbrechung
gearbeitet  worden  ist,-  wenn  die  Arbeiter  nicht  mehr  gezwungen  werden,
wochen-  und  monatelang  zu  feiern  und  in  dieser  Zeit  ihre  Ersparnisse  auszuzehren,- ­
  wenn  infolgedessen  die  Spareinlagen  ohne  Unterbrechung  wachsen  -
            
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