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Auf der Donau wurden verfracdtet 4909369 Bud. Aus den
Häfen AWkferman, Reni, Kilia, Ifmail und Wilkow gingen 1908 940
Schiffe aus mit 175000 NRegijtertonnen. 2400 Küjtenfahrer transpor-
tierten 680000 Regijtertonnen.
Bolt: und Telegraphenämter gab es 62, bloße Poljtämter 24.
Für die GejundhHeitspflege forgen 63 Krankenhäufer, 20
Heilanjtalten und 21 Sanitätsjtationen mit 2781 Betten, [owie 31 UAn-
jtalten für Geburtshilfe; 1 pjydiatrijdhes Haus zählt 892 Kranke. Ärzte
gibt es 219. AWpotheken 94.
Für die Bolksauffkflärung forgien 1908 1716 Schulen mit
113315 Schülern; das find 40 v. GH. der fHulpflihtigen Kinder. In-
folgedejfen beträgt die Berhältniszahl der UWnalphabeten bei den Män-
nern 78, bei den Frauen 91,2 v. H. —
Aus dem kurz Gejdhilderten ergeben [iH von felbjt die notwendigen
Entwidilungen für die Zukunft. Sie haben zum Teil [Hon ein:
gefegt und mülfen nun folgerichtig ausgebaut werden. Grundlage der
Wirt[dhaft wird immer die LandwirtjhHaft bleiben. Die legten Yahr-
zehnte zeigen eine bedeutende Verringerung des AWbelsbefiges und
eine Vermehrung der Bauern und anderen Beliker. Bon 100 Dekja-
tinen gehörten
1877 dem AWbel 72,2; den Bauern 4,5; andern Belikern 23,3
1905 „ ”„ 56,7; ” „ 14,4; »” „” 28,4
Der Durdhjchnitt des AWdelsbejikes betrug 1877 1078 Dekjatinen, 1905
603 Deßjatinen. Eine gejunde Entwidlung, an der die deut/dHen und
bulgarijden Kokonijten, die unter den Bauern jteden, wohl den Löwen-
anteil haben. Gleichzeitig zeigt [ih ein ent|dHhiedenes Beftreben von der
extenfiven Wirtjchaft zu einer inten]iveren überzugehen. In Ddiefer
Richtung Kegt der Fortfdhritt. Hierzu gehört ein ent]predjender Ausbau
der Yndufjtrie, die die vorhandenen Rohftoffe, vor allem Getreide und
andere Erdfrüchte und die Produkte der Viehwirt/dhHaft an Ort und
Stelle verarbeitet. Eine Großindufjtrie läßt jiH wegen des Mangels
an Kohlen und Eijen nicht IHaffen. Eine weitere Vorbedingung ‚für
eine günftige Entwidlung ijt der Ausbau der Verkehrswege, [owohl
zu Lande wie zu Wajfer, Jowie der gejamten modernen Verkehrsein-
richtungen. Nicht weniger wichtig für eine gedeihlide Entwidlung der
Wirt[chaft ijft der Friede zwilden den Beffarahien bewohnenden Völker-
jdaften. Diefer hängt davon ab, daß fie alle mit gleihHen Rechten, wie
Pflichten begabt werden. BVorausfegung dafür ijt eine weitgehende
fulturelle Autonomie eines jeden Volkes.
Die ruflijde Regierung hat wenig für die Entwidlung Belfarabiens
getan, aber aud) nit viel geftört. Wird Rumänien mehr leiten
fönnen und wollen, und wird es gerechter fein als Rukland?
Das wäre im Interelfie Belfarabiens febr zu wünlchen.