Full text: Die wirtschaftliche Zukunft des Ostens

1938 — 
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Sowohl die Erträge vom Bauern- wie vom Gutsland [ind |teige- 
zungsfähig. Die rullijdhe Regierung hat aber die polnijde Landwirt- 
‚Haft nidt nur nicht gefördert, jondern mit allen Mitteln gehemmt. 
Serade die Landwirt/hHaft Polens mußte bejonders [tark an der Müd- 
tändigkeit des ruflijdhen Staatswejens leiden. — — 
Die Eigenart der ruflijden GifenbahHntarife ermöglidHte und 
förderte das Berjenden von Getreide und Mehl aus dem Innern Ruß- 
Jjands nad) den Grenzgebieten, d.h. nad Polen. Es ijt hier nicht der 
Ort, diefe Frage näher zu erörtern; es fei nur erwähnt, daz die rufli- 
hen Staffeltarife für Getreide und Mehl im Vergleid) zu den deutfden 
von niedrigeren Anfangsjäßen für die Gewichts- und Streden- 
zinheit ausgingen; 
auf weite Entfernungen (über 400 km) pro Einheit verhältnis- 
mäßig billiger wurden; 
auf mittlere Entfernungen (100—400 km) pro Einheit teurer 
waren; 
für Mehl verhältnismäßig billigere Säge als für Getreide 
hatten. 
Bolen, weldes feine ZoNlgrenze gegen Rukland Hatte, war nicht in der 
Rage, fidh gegen die Einflüjje, die eine derartige Tarifjpolitik Ruß: 
lands auf die polnijdhe Landwirt/hHaft und Mühlenindultrie Haben 
mußte und Hatte, zu [Hüßen. — — 
Kongreß-Polen ift ein waldarmes Land. Nach feiner geographi- 
“hen Lage jedoch, feinem Klima und feinen Bodenverhältnijjen follte 
Polen ein rechtes Waldland fein. Es unterliegt aud) keinem Zweifel, 
daß Polen fidh früher eines ganz außerordentliden Waldreidhtums er- 
freut hat. NMody in der Mitte des 18. Yahrhunderts waren zwei 
Drittel der Landesflähe mit Wald bededt. AWber jhon 1866 [Häkte 
Dberforjtrat v. Berg in Iharandt das Bewaldungsprozent 
Polens auf 33. Innerhalb eines Jahrhunderts war demnach die 
Waldflähde um die Hälfte zujammenge[Hmokzen. Die Wuldfläche 
3ing nod) weiter unaufhaltjam 3urüd. MWerekha gibt 1873 
jür Polen ein Bewaldungsprozent von 27, v. Arnold 1893 nur 
in [oldjes von 23 an, während Chrapowicki 1912 mit Bedauern 
jeftjtellt, daK der Wald in Polen nur nod) 20 % der Landesfläcde 
bededt und von Tag zu TYag abnimmt. 
Wenn man dieje Ziffern richtig würdigen will, muß man aber 
wijfen, daß in der rullijden Statijtit über die Bodenbenußgung groke 
yläden als „Wald“ gebucht find, die in der Statijtik des Deutjdhen 
Reids als OÖdland oder geringe Weiden nacdhgewiejen werden. Die 
tat[ächlidHe Bewaldungsziffer Polens vor dem Beginn des Weltkrieges 
wird daher noch beträchtliH unter 20 % gelegen haben. 
Die wirtidHaftlidHe Zukunft des DOitens 3
	        
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