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Wir befinden uns in dem an NaturjdhHönheiten o rTeidhen „Land
der taufend Seen“ (in Wirklichkeit find es mehr als 30000). Ein
Blid auf jede bhefjere Karte zeigt, daß die Hauptmalje der Seen auf
ginem Plateau ableits der Küjte Kiegt (finnijde Seenplatte). Die
wirt/haftlide Bedeutung der Seen liegt nun bei weitem nicht etwa
allein in ihrem Fifjdhreidhtum. Sie [ind vor allen Dingen Verkehrs-
mittel, da fie die [ohiffbaren Flüjle erfegen. Man Iann Hunderte
von Kilometern mit Hilfe regelmäkig verfehrender Dampferlinien auf
diefen dur Lotjenwejen und Leudtfeuer vervolliommneten Walfjer-
jtraben Iandeinwärts fahren. Die größten Seen liegen in Oftfinnland,
und der Saimajee erhält dur den bei Wiborg mündenden, in finni-
jden Fels gejprengten Saimakanal eine Fünfjtlidhe Wafferverbindung
mit der Ojtjee, die für den Warenverkehr von großer Wichtigkeit ijt.
Die eigentümlidhe, durd) eiszeitlide Vorgänge bedingte Natur des
Landes bringt es mit fidh, daß die Flüffe vielfady nur Kurze VBer-
bindungsitüde zwifhen Seen darftellen, die in verjdiedenem Niveau
liegen; [ie bilden daher Stromfcdhnellen oder Waijerfälle. Das [Hönite
Beifpiel dafür find die Stromjhnellen, an denen die Stadt Tam-
mersfors einjtmals gegründet wurde, die [id aus einem unbedeutenden
Dorf zur Induftrieltätte erjten Ranges entwidelte und jeßt natürlid
mit den an Ort und Stelle zu entnehmenden Wafjerkräften längit
nit mehr ausiommt, AWber au die Flüjfe, die in weniger [een-
reichen Teilen des Südens oder Nordens dem Meere zuftrömen, Jind
teid an MWajferkräften, und die Natur Hat dem finnijden Staate
den Erfag an dem Lande fehlender Ihwarzer Kohle in Geltalt weiker
Kohle geliefert.
Man hört vielfadh von Finnlands kargem Boden Ipreden. Tat-
jäclih gibt es viele fteinige Böden, nadte Fels= und Schotterfläcden,
wenig fruchtbare Sande, desgleiden viele Moore. Größere Räume
fruchtbaren Lehmbodens finden id aber doch, und zwar gerade in
breiten Steifen an den Küften, HMeinere hier und da im Innern des
Landes. Indelfen durdaus nicht alle frudtbaren Fläden Itehen unter
intenJiver Kultur, und zahlreide Moore können durd Entwälterung
und Bearbeitung in üppiges Grasland verwandelt werden. Die Jteinigen
und fandigen Fläden aber dedt der Wald, gebildet aus Nadel-
bäumen, vorzugsweije Kiefern und Fichten, ferner aus Birken und
Eipen. Die feenreihe Rundhöderlandfhaft, aufgebaut aus Urgeltein,
Granit und SGneis, gilt vorläufig nod) als arm an Mineraljdhäßen,
während Finnlands Steinindufjtirie jeit langem bekannt ijt; aber
{don furz vor dem Kriege verlauteten jidjere Nadridhten über Eijenerz-
junde im Norden (Rovanienie), und während des Krieges wurde die
Aufarbeitung von Kupfererzen (Ontopennpu) bedeutend geiteigert.