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und in Gruppen zujammenfajjen. Es Haben in früher Vorzeit Wan-
derungen, Rafjenkreuzungen, Annahmen fremder Sprachen im AWb-
hängigfeitsverhältnis tattgefunden, Kurz es find Bindungen erfolgt,
und es lHiegen da Zujammenhänge verborgen, die dem Foriher ein
weites, interejjantes Feld bieten.
Es ijt volllommen unmöglich, die Zahl der fibirifhen Eingeborenen
mit einiger Sicherheit fejtzujtellen. Sie Ieben teilweije in Wildnilfen,
die nie vom weißen Mann betreten wurden, zerftreut auf Taufende
von Kilometern. Wir wollen uns infolgedeffen darauf befhränken,
daß bei der Bejpredung der einzelnen Völkerihaften runde Zahlen
genannt werden.
Der größte Teil fit natürliH am Lauf der Ströme, große Land-
|tride Jind völlig unbewohnt, vor allem das nördliche fibirijhe Wald-
gebiet und die Tundra, die nur im Sommer von den Nomadenjtämmen
Nord-AWljiens mit ihren Renntierherden durchzogen wird.
Als erjtes werden wir, von Weiten nad) Often fHreitend, die
Hilder-, Iagd- und NMomadenvölfer Nord-Aljiens betrachten.
Die Wogulen bewohnen die weltlig des Ob gelegenen Lands
jtridhe, 5ftlid) davon die Ojtjaken, nördlidH auf der IYalmal-Halbinfel
und weiter längs der Eismeerküjte bis zum Kap T]Heljujkin.. Die
Zahl diefer drei Stämme geht jtändig Jtark zurüd, die Kinderfterb-
[id)feit Joll vielerorts 50 % der Geburten betragen. Neben den oben
angeführten Gründen [pielt bei diejfem Rüdgang au die BVermilchung
mit den Rufjen eine Rolle.
Der BernidHtungsvorgang bedeutet einen Verlujt, denn der CEuro-
päer wird nie die Zundra und die nördlidHe Taiga Jo ausnüßen Können,
mie dieje Bölfer mit ihrer eigenartigen Kultur. Die Renntierzucht
bet den Jogenannten Renntier-Samojeden ift bheifpielsweile eine nidt
zu unter]hägende Leijtung, wenn ınan in Betracht zieht, duk der Boden
in der öden Tundra falt das ganze Yahr über gefroren ijt, das zum
3Zwede der Beldhaffung von Weidegelände verbundene Nomabdilieren
in Eis und Schnee ijt für den Europäer auf die Dauer ausgeldHloffen.
Sübdlig der eigentlidHen Oftjafen wohnt das rätjelhafte Volk der
Senifjei-Oftjafen. Diefe find allen anderen Bölfern Sibiriens unähn-
lid; die Sprache diejer Oftjaken ijt offenbar mit keiner der jeBt leben:
den Sprachen in diejem Weltteil verwandt und muk einen ganz anderen
Uriprung haben. Sie fterben aus.
Weiter Sftlidh, vom Henijjei bis zum nördliden Amur, lebt der
mongolijde Stamm der Tungufen. Kopfzahl etwa 40000,
Die Tungufjen find urfprünglihH nidht in Sibirien anfällig; ihre
Urlige [tanden in dem Gebirge zwijhHen Korea und der Mand{Hurei
„am weißen Berge‘, wo fie das Hineljijde Reid 1125 bedrängten und
die Mandichurei eroberten, bis lie 1234 durch die Monaolen verdränat