Full text: Kritische Geschichte der Nationalökonomie und des Socialismus

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Gclegenheitsansichten aufzusuchen, die ohne ernstliche Conse- 
quenzen blieben, — der wird auch bei Franklin etwas antreffen, 
was dem ähnlich sieht, was er sucht. An dem Arboitsprincip 
in theoretischer und praktischer Bedeutung hat cs natürlich 
nicht gefehlt; doch ist es hier die Tragweite der Anwendung 
und der Umfang der Idee, was allein entscheiden kann. Die 
Zurückführung ökonomischer Thatsachen und namentlich der 
zunächst in Betracht kommenden Preise auf Arbeit kann ein 
unstät schweifender Gedanke sein, und dies ist er überall da 
gewesen, wo man ihn nicht als theoretisches Erklärungsprincip 
von fundamentaler Bedeutung ins Auge fasste. Es ist daher 
cinfürallcmal darauf zu verzichten, flüchtige und rasch ver 
lassene Ansätze zum Theoretisiren nicht hinterher mit dem 
ialschen Schein des spätem principiellen Bewusstseins zu um 
geben. 
Viel gewichtiger als solche Gclegenheitsreflexionen und 
privatwirthschafdiche, keineswegs im hohem Sinne volks- 
mässige Moralmaximcn eines B. Franklin, sind die Staats- 
schriiten, von denen man keine Systematik im schulmässigen 
Sinne des Worts, wohl aber irgend welche principielle An 
schauungen über das ökonomische System erwartet. In dieser 
Form kann sich bei den Völkern auch der Stoff zu einer theore 
tisch weitertragenden Nationalökonomie verkörpern, und wir 
haben diese Erscheinungsart von Einsichten und Grundsätzen 
etwa so anzusehen, als wenn es sich um Theorie und Praxis 
der allgemeinen Politik handelte. Wie in der letzteren, so ist 
auch in der Nationalökonomie die angedeutete Gestalt des 
Wissens und Wollens noch nicht diejenige, in welcher die 
Naturgesetze der Erscheinungen und der Actionen gesucht 
werden. Allein jener Zustand der Erkenntniss bildet die Vor 
stufe, und diese ganz allgemeine Wahrheit, auf die wir schon 
in der Entwicklung der Europäischen Volkswirthschaftslohro 
und besonders mit Rücksicht auf Colbert hingewiesen haben, 
trifft für die Amerikanische Union von Neuem zu. Hier wieder 
holt sich das alte Gesetz der Entwicklung der Theorie. Die 
I raxis und die Anschauungen des Lebens, ganz besonders 
aber der staatsmännische Ueberblick der Verhältnisse, bilden 
die Ausgangspunkte für alles Weitere. Die speciflsch Ameri 
kanischen A orstellungen heben sich auf diesem Grunde von 
der gewöhnlichen Ueberlicferung ab, und es ist nur ein ein-
	        
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