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(157 km von der Mündung) und ihrem Oberlauf ijt die Düna ihres
tarfen Falles und des felfigen Flukdbettes wegen nur bei Sochwaller
and aud) dann nur mit vielen Gefahren von größeren fladbodigen Fahr-
zeugen zu benußen gewejen. Kurz vor ihrer Mündung liegt die Hafen-
tadt Riga, der bedeutendite Exportplag Ruklands für Holz; fo kamen
geifpielsweije nad) Riga im Iahre. 1913 vom Oberlauf der Düna
;irfa 17000 Flöke mit rund 9 Millionen Stück rufjijdhen Hölzern
(Balfen und Brufjfen, Schwellen, Spieren und Majten). Die hoch-
yertigen Erzeugnifje Ruklands wurden jedoch fait ausfohlieklid) auf
dem Schienenwege nad) Riga transportiert und von hier aus ins Aus-
(and übermittelt. Zu den hochwertigen Erzeugnijjen gehörten vor allen
Dingen Getreide, Fladhs, Hanf, Leinjaat, Sliuden, Häute und Felle,
jowie die IandwirtjdhaftliHen Produkte Butter, Eier und Geflügel,
Eingeführt‘ wurden dagegen nad) Riga Steinkohlen, Koks, Gubkeijen,
Eijen, Stahl und Blei, die in der dortigen Indujtrie Verwendung fan-
den. — Die Newa ijit von Schlüffelburg, wo fie den Ladogafee
verläßt, bis zum finnländijdHen Meerbujen [Hiffbar. AWus ähnlichen
Gründen, wie bei der Düna, ijt fie in ihrem Oberlauf für den Schiffs-
verfehr faum 3zugängligH. Die Newa erinnert in ihrem unteren, [Hiff-
baren Teile mehr an einen Kanal, als an einen Fluß, obgleich fie hier
idon einige Hundert Meter breit und jo tief ijt, da fogar größere
Rriegsfhiffe jie benuken fönnen. Un ihrer Mündung Petersburg und
der Hafen von Kronjtadt; Iekteres gleichzeitig eine Seefejtung. Riga
und Petersburg mit Kronjtadt waren die bedeutendjten Ein- und AWus-
juhrhäfen der Oftfee. Wie Riga, jo war au Petersburg ein großer
Exportplag für Holz, Getreide, Fladhs, Hanf, Oliuden, Butter, Eier
ulw., während aus dem Auslande und teilweije aus dem füdrujfijchen
Gebieten Steinkohlen, Gubkeijen, Eijen, Stahl, Maldinen, FJarbhölkzer,
Serbitoffe ulw. eingeführt wurden. Weniger bedeutend waren an der
Ditfee die Einfuhr- und AWusfuhrhäfen Libau, Reval, Windau und
Bernau. Näheren Auffhluß über den Ojtjee-In- und -CExyport aibt
die am Schlufje diejes Kapitels angeführte Tabelle. —
Bon den in das nördlide Eismeer mündenden Flüfjen kam die
nördlige Düna (Sewernaja Dwina) ausfchlieklidh für die Holzflöherei
in Frage. Sie war für die Flöherei und Schiffahrtsverhältnifje jedod)
unzulänglich, da Jie jtellenweile jeiht ift und JHarfe Windungen auf-
weilt, die befonders die Flökerei jtark beeinträchtigten. Ein grokes
Projekt, die Schiffsverhältnifje des nördliHen Dünabedens durch ihre
Reinigung und Laufregulierung durdy Anlegen von Kanälen an den
Stellen, wo zahlreide Flukwindungen die Durdhfahrt längerer Flöhe
erfhweren, zu verbeffern, Iag vor. An der Mündung der nördlidhen
Düna liegt die Hafenjtadt Archangeljf, der Mittelpunkk des nordrulfi-
ihen Holkzhandels. Von den ausgedehnten Wäldern mar der ardökte