80
Ergebnisse der Bevölkerungsabnahmen oder Volkszählungen in Hamburg in den Jahren 1911 bis 1917.
Die Haushaltungen und Bewohner in den größeren Orten
Tab. 40.
Anzahl der Haushaltungen
Städte und Gemeinden
und Anstalten
1911
1912
1913
1914
1915
1911
1912
1913
1914
1915
1916
1917
a
b
a
b
a
b
a
b
a
b
Groß Börstel .
660
673
2 893
1363
2 948
1359
Alsterdorf
441
431
3 002
1385
3 093
1396
Ohlsdorf
294
317
1347
729
1446
799
Fuhlsbüttel
1079
1200
5 717
3365
6 253
3734
Klein Börstel
153
174
646
307
722
344
Langenhorn
471
481
3 583
1907
3 894
2051
Farmsen mit Berne
203
219
233
247
239
253
262
1434
924
1594
1025
1753
1126
1 781
1051
1764
1007
Volksdorf
223
233
242
250
247
261
253
1050
537
1 135
595
1219
6ö3
1 145
541
1 105
490
Wohldorf
59
61
61
62
67
50
58
264
134
273
136
283
137
255
120
304
121
Ohlstedt
73
76
78
74
84
82
84
301
159
325
168
350
178
290
127
324
135
Groß Hansdorf
86
88
90
92
96
94
93
435
205
467
217
498
228
492
189
587
204
Schmalenbeck
65
71
75
68
74
72
68
296
135
337
154
378
173
334
152
339
141
Billwärder a. d. Bille
597
593
303
325
314
317
328
2 690
135(5
2 691
1385
1 372
689
1361
640
1 294
573
Moorfletli
205
212
214
215
214
197
207
1 064
539
1 028
519
1030
529
970
453
937
414
Spadenland
87
88
88
87
87
87
85
445
232
455
244
472
258
449
224
432
201
55
57
57
57
58
58
57
310
152
315
156
300
148
316
147
323
140
Ochsenwärder
410
418
426
424
410
414
418
2 228
1133
2 249
1121
2196
1 091
2100
990
2 013
916
Moorwärder
89
94
96
95
95
93
93
517
248
526
260
527
261
495
229
478
205
419
443
476
474
462
' 461
459
1961
979
1970
995
1977
991
1 857
850
1 Y35
742
Finkenwärder
968
972
1007
1022
1005
1026
999
3 902
1903
3 918
1888
3 943
1 909
3 799
1745
3 600
1558
Dradenau, Große u. Kleine
5
5
5
4
4
4
6
28
16
26
14
24
12
28
16
25
12
Stadt Bergedorf
3572
3721
3900
3988
4111
4249
4334
15 406
7640
15 931
7906
16 509
8 125
15 791
7232
15 278
6441
Geesthacht
1172
1222
1254
1253
1258
1287
1285
5 097
2602
5 303
2722
5 408
2 751
5 264
2595
5 yü3
3088
Stadt Cuxhaven*)
2976
3065
3206
3291
3362
3706
3620
15 469
9123
16 140
9559
17 887
11133
15 327
8596
14137
7141
Duhnen
104
112
109
87
96
89
91
663
321
688
319
701
338
1371
1164
1 163
952
Anwesende Personen
irhaupt, b = darunter männlich)
*) i n den Jahren 1914 und 1915 ohne die Militärpersonen in den Kasernen und die Marineangehörigen auf den Schiffen der
haltungen sind die Schiffe im Hafen außer Betracht
gelassen. Die Zahl der Personen auf den Schiffen
wurde nur in den Volkszählungsjahren festgestellt,
für die Zwischenjahre dagegen nach dem Zunahme
verhältnis fortgeschrieben oder als unverändert an
genommen. In den Jahren 1914 und 1915 machten
dann die durch den Krieg völlig veränderten Ver
hältnisse im Schiffahrtsgewerbe exaktere Fest
stellungen nötig; daher wurden auf Ansuchen des
Statistischen Landesamtes von der mit den Ver
hältnissen vertrauten Hafenpolizei Schätzungen
vorgenommen. In den Jahren 1916 und 1917 wurden
die Personen auf den Schiffen dann wieder richtig
ausgezählt.
Die absolute Zahl der Haushaltungen und An
stalten zeigte im Jahre 1914/15 zum ersten Male einen
Rückgang, und zwar um 1196 oder 0,46 % , der jedoch
im folgenden Jahre durch eine Zunahme von 1806
mehr als ausgeglichen wurde. 1917 blieb der
Zuwachs mit 172 oder 0,66 % nur gering.
Auch die Zahl der Bewohner des Stadtgebietes
wies 1914 zum ersten Male eine Abnahme (um
3021) auf, nachdem im Jahre 1913 die bisherige
Höchstzahl mit 1030 983 Personen erreicht war.
Auf die in der Wanderungsbewegung und der natür
lichen Bevölkerungsbewegung begründeten Ursachen
dieser Bevölkerungsabnahme ist, soweit der natür
liche Bevölkerungswechsel in Betracht kommt, in
einem vom Statistischen Landesamte infolge der
Zensur zunächst unter „vertraulich"‘ herausgegebenen
„Bericht über den Einfluß des Krieges auf den
natürlichen Bevölkerungswechsel im hamburgi sehen
Staate in den Jahren 1914 bis 1917“, der. später als
Heft 5 der „Statistischen Mitteilungen“, veröffent
licht wurde, näher eingegangen worden. Es wird
hier nachgewiesen, daß, während im Frieden allein
der Rückgang der Geburtenziffern den bereits in Er
scheinung getretenen Rückgang der Geburtenüber
schüsse verursachte, im Kriege neben eine sehr ver-
stärkte Minderung der Geburtenziffer noch eine
außerordentliche Zunahme der Sterbeziffer trat, so
daß schließlich der Geburtenüberschuß in einen
Sterbeüberschuß Umschlagen mußte, der den Bevölke
rungsstand nicht unwesentlich beeinflußte. Im
übrigen waren daneben die infolge des Krieges ganz
besonders großen Wanderungsverluste ausschlag
gebend. Wenn trotzdem die absolute Höhe der
Bevölkerungsabnahme in den Jahren 1916 und 1917
wesentlich geringer war als in den ersten beiden
Kriegsjahren, so zeigt sich hierin die allmähliche
Anpassung der Bevölkerung an .die während des
Krieges eingetretenen Zustände. Die Einzelheiten
der Entwicklung der Bevölkerungszu- oder abnahme
seit 1912 faßt die folgende Übersicht kurz zu
sammen: \
Überschuß
Jahr
der
Gestorbenen
der
der
Gesamt-
der
Geborenen
ZugCt
«änderten
Abge-
«änderten
Zunahme
abnahme
1912...
7793
—
27 030
—
34 823
—
1913...
8722
—
15 513
—
24 235
—
1914...
8089
—
—
82 657
—
74568
1915...
4558
—
—
78 297
—
73 739
1916.. .
.—
. 1822
—
6 078
—
7 900
1917...
—
5662
—
23 821
—
29 483
Ergebnisse der Bevölkerungsaufnahmen oder Volkszählungen in Hamburg in den Jahren 1911 bis 1917.
81
des hamburgischen Landgebiets in den Jahren 1911 bis 1917.
Zu- und Abnahme der Einwohnerzahl gegen das Vorjahr
1916
1917
Anzahl
von hundert
a
b
a
b
1911
1912
1913
1914
| 1915
1916
1917
1911
1912
i 1913
I 1914
1915
1916
1917
+150
+ 55
+
5,47
+152
+ 91
+
5,33
+ 3,03
— 17
+ 99
1,2b
+282
+536
+
5,19
+ 5,38
+ 24
+ 76
+
3,86
+11,76
+212
+311
+
3,29
4" 8,68
1648
913
1533
768
+146
+160
+
159
+
28
—
17
— 116
115
+ 11,34
+ 6,97
— 0,95
— 6,98
1 045
441
987
422
+ 77
+ 85
+
84
—
74
—
40
— 60
—
58
+
7,91
+ 7,40
— 6,07
— 3,49
— 5^43
: 5,55
240
98
232
102
+ 9
+ 9
+
10
—
28
+
49
— 64
—
8
+
3,63
+ +41
— 5,89
+ 75,22
- 37,05
— 3,33
287
123
301
129
+ 23
+ 24
+
25
—
60
+
34
- 37
+
14
+
8,27
+ " 7,97
—17.14
—11,42
+ +,88
570
216
590
270
+ 29
+ 32
+
31
—
6
+
95
- 17
+
20
+
7,14
+ 7,36
— 7,20
— 3,90
308
136
270
117
+ 37
+ 41
+
41
—
44
+
5
- 31
—
38
+ 14,29
+73,85
—lifii
— 6,14
—73,34
1 279
538
1 307
56U
—102
+ 1
+1319
—
11
—
67
— 15
+
28
—
3,66
+ 0,04
+ 76,02
— 0,80
— 4,92
—' '1,1%
+ 3,19
827
353
868
386
— 65
— 36
+
2
.
60
—
33
— 110
+
41
—
5,76
— 3,38
— 5,83
— 3,40
—11,74
398
175
386
170
+ 13
+ 10
+
17
—
23
—
17
- 34
12
+
3,01
+ 2.25
— 4,87
— 3,79
— 7,87
— 3,02
312
133
306
138
— 4
+ 5
—
15
+
16
+
7
— 11
—
6
1,27
— 4,76
+ 5,33
+ 3,22
— 3,41
— 7,92
1 976
882
1 894
837
+ 46
+ 21
—
53
—
96
—
87
— 37
—
82
+
3,11
+ 0,94
— ,8,36
— 4,37
— 4,14
— 7,84
— 4,15
445
182
443
182
— 6
+ 9
+
1
—-
32
—
17
— 33
—
2
7,15
+ 7,74
+ 0,19
— 6,07
— 3,43
— 6,90
— 0,45
1 692
706
1 643
681
— 28
+ 9
+
7
—
120
—
122
— 43
—
49
—
7,41
+ 0,46
+ 0,36
— 6,07
— 3,48
— 3,90
3 508
1469
3 343
1402
+ 35
+ 16
+
25
—
144
—
199
— 92
—
165
+
0,91
+ 0,41
+ 0,64
— 5,24
— 4,70
30
15
26
13
— 2
— 2
—
2
+
4
—
3-
+ 5
—
4
6,67
— 7,14
— 7,69
—10,71
+20,00
— 73,38
15 643
6 436
15 872
6627
+499
+525
+ 578
—
718
—
513
+ 365
+ 229
+
3,36
+ 3,41
+ 3,63
— 3,25
+ 3,39
+ 7,46
6 382
3 410
6 591
3635
— 32
+206
+
105
—
144
+ 639
+ 479
+ 209
0,62
+ 4,04
+ 7,94
— ,3,66
+ 8,il
+ 3,27
21172
l'ö 944
17099
9745
+581
+671
+1747
—2560
—1190
+7035
—4073
+
3,90
+
+ 70,82
—74,31
— 7,76
+49,7 6
—19,24
682
475
1050
829
+223
+ 25
+
13
+ 670
—
208
- 481
+ 368
+ 50,68
+ 3,77
+ 7,89
+05,58
—75,17
—47,36
+58,96
Reichs-Marine, im Jahre 1917 ohne die Marineangehörigen auf den Schiffen der Reichs-Marine.
.An. der Bevölkerungsabnahme während der
Kriegsjahre, war naturgemäß das männliche Ge
schlecht weit stärker beteiligt als das weibliche. Im
Jahre 1914 betrug die Abnahme der männlichen
Bevölkerung 99,32 % der Gesamtabnahme. 1915
und 1916 stieg sogar die Zahl der weiblichen Be
völkerung um zusammen 4646 Personen, während
die der männlichen um zusammen 86 285 abnahm.
Im Jahre 1917 gingen dann wieder die Zahlen
beider Geschlechter zurück, und zwar die der
männlichen Bevölkerung im Verhältnis von 67,78 %
der Gesamtabnahme.
Auf die Zahl der auf den Schiffen anwesenden
Personen übte der Krieg, wie schon oben angedeutet,
eine einschneidende Wirkung aus. Im Jahre 1917
hatte sie mit 3370 Personen einen während der
Jahre 1895 bis 1917 sonst nicht beobachteten Tief
stand erreicht. Im Gegensätze zu der in der Stadt
gezählten Bevölkerung waren hier jedoch die Zahlen
des männlichen Geschlechts nicht durchweg ab
nehmend.
Die entsprechenden Verhältnisse im Landgebiet
beleuchtet die Tabelle 40.
Abgesehen von den größeren Ortschaften sind
Gemeinden unter Beobachtung gestellt, die besonders
charakteristische Veränderungsziffern aufweisen.
Die Vororte Groß Börstel, Alsterdorf, Ohlsdorf,
Fuhlsbüttel, Klein Börstel und Langenhorn sind hier
nur bis zum Jahre 1912 einschließlich aufgenommon.
Nach ihrer Eingemeindung erscheinen sie in den für
die einzelnen Stadtteile aufgestellten Nachweisun
gen. Bezüglich Billwärders ist zu bemerken, daß die
Statistik des Hamburgischen Staates. XXVIII.
hier für 1913 u. ff. Jahre gegebene Bezeichnung
„Billwärder“ etwa dem „Billwärder II. Quartier“
entspricht. Billwärder I. Quartier und einige Grund
stücke des II. Quartiers wurden im Jahre 1913 ein-
. gemeindet.
Die folgende Tabelle 41 gibt eine Übersicht über
die Wohnbevölkerung in den einzelnen Stadt- und
Gebietsteilen in den Jahren 1914 bis 1917. Die
Wohnbevölkerung wurde bei den einzelnen Zählungen
dadurch ermittelt, daß man zu der aufgenommenen
ortsanwesenden Bevölkerung die vorübergehend
abwesenden Personen, die in Hamburg ihren ständi
gen Wohnsitz hatten, zuzählte, die nur vorüber
gehend anwesenden Personen dagegen, deren Wohn
sitz nicht in Hamburg war, abrechnete.
Im Frieden wichen die Zahlen der beiden Be
völkerungsarten nicht erheblich voneinander ab.
Das Verhältnis der Wohnbevölkerung zu der orts
anwesenden Bevölkerung änderte sich jedoch im
Kriege, wo der wehrpflichtige Teil der Bevölkerung
vor dem Feinde stand. Aus diesem Grunde ist die
Gegenüberstellung der Wohnbevölkerung und orts
anwesenden Bevölkerung in den Kriegsjahren be
sonders wichtig. Wie ein Vergleich zeigt, übertraf
in allen Kriegsjahren die Wohnbevölkerung — mit
nur einer Ausnahme bei der weiblichen Bevölke
rung im Jahre 1914 — die ortsanwesende Bevölke
rung außerordentlich. In der Stadt Hamburg betrug
1914 die ortsanwesende Bevölkerung 956 415, die
Wohnbevölkerung 995 065, also 38 650 Personen
mehr. In den folgenden Jahren war der Unterschied
infolge der zunehmenden Zahl der Einberufungen
11