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KJ
6. Transportversicherung.
Von
Dr. I. Britschgi.
Wer sich mit Fragen aus dem Gebiete der Transportversicherung
beschäftigt, muß sich vor allem klar darüber werden, daß kaum ein
anderer Versicherungszweig, ausgenommen vielleicht die Rückversicherung,
einen so durchaus internationalen Charakter trägt.
Durch ein ausgedehntes Reh von Agenten wird beinahe der ganze
Erdball umspannt; soweit wenigstens die hauptsächlichsten Handelsplätze
und Handelsstraßen in Betracht kommen, schließen die deutschen Transport
versicherer Verträge im Auslande ab, erhalten dort Prämien und regulieren
Schäden. Andererseits darf nicht vergessen werden, daß eine große An
zahl von englischen, französischen, schweizerischen, österreichischen, russischen
und skandinavischen Versicherungsgesellschaften Agenten in Deutschland
unterhalten und durch diese Versicherungsverträge abschließen. Vor
allem ist aber zu berücksichtigen, daß deutsche Kaufleute sehr häufig
ihre Kaufverträge über große Ladungen abschließen, die die „oik--Klausel"
enthalten, d. h. der Verkäufer verpflichtet sich, die Waren aus seine
Kosten zu versichern, und gerade in diesem Falle werden sehr häufig für
Deutschland bestimmte Waren gegen das Transportrisiko im Auslande
gedeckt.
Die vorliegenden Untersuchungen können infolgedessen nur unter dieser
Beschränkung als für das deutsche Transportversicherungswesen maßgebend
angesehen werden. Dazu kommt noch, daß dieselbe Versicherungsgesell
schaft häufig verschiedene Versicherungszweige betreibt; hierbei werden
Zwar die Prämieneinnahmen, die Reserven und die Schadenzahlungen
für jeden einzelnen Versicherungszweig gesondert behandelt, aber bezüg
lich des Aktienkapitals insbesondere ist es unmöglich, dasselbe aus die
einzelnen in Betracht kommenden Versicherungszweige zu verteilen, jo
daß in der nachstehenden Tabelle I auch das Aktienkapital solcher Ge
sellschaften, als der Transportversicherung dienend, aufgeführt wird, welche