Zweiter Abschnitt. Die einzelnen Schutzgebiete und ihre Entwickluug
31 Mill.M. 1904 betrug der Europäeranteil 100/0,
1912: 6009,0. Die Einfuhr stieg von 1896 bis 1912
bon 8 auf 50 Mill. M. Deutlicher als alles
andere zeigt den wirtschaftlichen Aufschwung des
Landes die Steigerung der eigenen Einnahmen,
die 1904: 6, 1914 aber 161/0 Mill. Meubetrugen!
Dazu kommen 4 Mill. MErsparnisse aus früheren
Rechnungsjahren! Der ordentliche Etat balancierte
mit 24 — M. Seit 1909 war auch dieses
Schutzgebiet finanziell unabhängig vom Mutter⸗
land bis auf den Zuschuß für die Schutztruppe
Zu/ Mill. M). Es ist überhaupt eine gänzlich
unbegründete Behauptung, daß die Schustzgebiete
dem Mutterlande „Unsuümmen“ gekostet haben.
—
»r. Stübel und des mit größerem Erfolge in
rinen Bahnen wandelnden Staatssekretärs Dern⸗
urg zu danken, der wohl auf dem ihm fremden
zebiet erheblich unter dem Einfluß des trotz
einer stark bekämpften Eingeborenenpolitik hoch—
edeutenden Gouverneurs von D.O.⸗A., Frei⸗
errn von Rechenberg, stand. Diese Finanzpolitik
eruhte darauf, daß Eisenbahnen gebaut wurden
uus Anleihen, die die Schutzgebiete aus ihren
igenen Einnahmen verzinsten. Neue Eisenbahnen
rmöglichten neue Pflaͤnzungen, die neue Aus—
uhrwerte schufen und neue Tausende von Ein—
geborenen steuer- und kaufkräftig machten. Daraus
Abbildung 11
Sägewerk und Drahtseilbahn in West-Usambara (Wilkins K Wiess)
(Erbauer der Drahtseilbahn Adolf Bleichert & Co., Leipzig)
Nur die Bekämpfung des großen Aufstandes in
S.W.⸗A. erforderte über das Normale hinans⸗
gehende Zuschüsse. Togo hat überhaupt nie einen,
Samoa seit 1909 keinen Reichszuschuß mehr ge—
zraucht, und die übrigen afrikanischen Schutzgebiete
seit diesem Jahr nur noch kleine Zuschüsse für
die Unterhaltung der Schutztruppe. Nur die
Südsee hat jährlich O,7 —1,7 Mill. M. gebraucht,
ind natürlich Kiautschou, das aber seiner Natur
iach eigentlich kein Schutzgebiet, sondern ein
Marinestützpunkt ist; solche aber kosten überall,
uuch England und den anderen Seemächten,
diel Geld.
Die Finanzierung Deutsch-Ostafrikas
und im Anschlusse daran die der anderen Schutz⸗
gebiete war mustergültig. Sie ist wesentlich der
rwuchsen neue Zoll- und Steuereinnahmen, so
aß ein außerordentlich günstiger Kreislauf statt⸗
and. In den letzten Jahren überstiegen die
Finnahmen die Ausgaben stets erheblich. Die
Ersparnisse aus früheren Rechnungsjahren“ be⸗
jefen sich im ostafrikanischen Etat von 1905 ab
ährlich — mit einer Ausnahme — aufel Million
ind darüber, betrugen 1913 über 8 und 1914
ast 4 Mill. M. Welche Bedeutung das hat.
rhellt daraus, daß 1km Eisenbahnban in
üfrika durchschnittlich 81000 M, einschließlich
ollenden Materials 100000 Meukostete, am
venigsten in Togo — 57000 bis 59000 M —
im meisten im Kameruner Waldlande —
45000 M—, in Deutsch-Ostafrika 96000 M.
da man mit 4 Millionen M 100 Millionen M
—19