Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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einzubringen,  als  das  Kasseler  Oberkriegszahlamt  unterm  19.  Juli  1793
an  das  Königliche  Bank-Comtoir  in  Copenhagen  ein  Pro  Memoria
gerichtet,  und  der  hessische  Landgraf  sich  von  neuem  an  Bernstorff
und  außerdem  an  den  dänischen  Kronprinzen  gewandt  hatte.
Wächter,  dessen  Wechsel  in  Frankfurt  protestiert  waren,  wurde
zwar  zufolge  Allerhöchster  Resolution  von  seiner  Behörde  ernstlich
angehalten,  den  Rückstand  zu  berichtigen,  er  tat  es  aber  nicht.
Nach  Ablauf  des  Jahres  1793  mußten  die  Bethmann  auch  diesen
Posten  ausgleichen,  weil  man  den  Landgrafen  nicht  noch  länger
hinhalten  wollte.
Ungeachtet  dieser  Vorkommnisse  bewilligte  der  Kurfürst  dem
Wächter  nicht  zwar,  wie  er  verlangte,  100  000,  wohl  aber  50  000  Livres,
die  er  unterwegs  bei  Buderus  in  Empfang  nehmen  sollte.  Noch
ehe  aber  diese  Summe  zur  Auszahlung  gelangte,  waren  dem
schwankenden  Fürsten  wieder  Zweifel  aufgestiegen.  Er  sandte  am
22.  September  durch  Staffelte  einen  Brief  an  Buderus  und  forderte
ihn  auf,  nicht  die  ganze  Summe  auszuzählen,  sondern  Geldmangel
vorzuschützen.  Was  er  dem  Kammerherrn  abziehe,  sei  gewonnen.
Nur  dürfe  man  ihn  nicht  vor  den  Kopf  stoßen,  weil  er  große
Namen  nenne.  Buderus,  ein  Meister  in  solchen  Dingen,  brachte
den  Baron  wirklich  auf  30  000  Livres  herab,  die  fl  14  229.45.—
kosteten,  und  behielt  des  Kurfürsten  Anweisung  über  50  000  Livres
zurück.  Buderus  kannte  seinen  Mann.  Er  benachrichtigte  noch
Lawätz  und  ersuchte  ihn,  falls  Tratten  vom  Baron  Wächter  für
Buderus’  Rechnung  vorkommen  sollten,  dieselben  nicht  zu  verehren.
Von  irgendeinem  Erfolg  Wächters  ist  natürlich  keine  Rede  mehr.
Zwar  stellte  sich  der  Baron  noch  ein  Mal  ganz  unerwartet  ein,
am  1.  Januar  1808,  und  suchte  den  Kurfürsten  zu  neuen  Aufwendungen ­
  zu  veranlassen.  Er  gab  an,  daß  er  zu  den  empfangenen
30  000  Livres  sich  noch  20  000  auf  seinen  Kredit  verschafft  habe,
und  diese  Summe  von  50000  Livres  habe  Laetitia  Bonaparte
empfangen.  Alle  drei  Personen  seien  böse,  weil  die  Testierenden
50  000  Livres  nicht  ausgezahlt  seien.  Doch  werde  sich  alles  noch
arrangieren  lassen.  Der  Kurfürst  war  jedoch  inzwischen  ein  wenig
klüger  geworden  und  ließ  sich  außer  einer  Bewilligung  von  200  Ldors
auf  keine  weiteren  Geldopfer  ein.  Kurz  bevor  er  mit  Wächter
verhandelte,  hatte  er  nämlich  den  Geheimen  Rat  von  Geylingen
nach  Paris  gesandt,  auch  diesen  mit  dem  Auftrag,  für  das  Interesse
seines  Landesherrn  daselbst  zu  wirken.  Geylingen  aber  hatte  den
            
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