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Rothschildsche Bankhaus hatte schon vorher darauf aufmerksam
gemacht, daß es die Überreste des Hauses zum grünen Schild zu
erwerben wünsche, worauf die Behörde Rücksicht nahm. Am
11. Mai 1885 wurde ein Kaufvertrag zwischen der Stadtkämmerei
und dem Bankhaus zum Abschluß gebracht, wonach letzteres die
Grundfläche der vier Häuser Nr. 146 bis 149 im Gehalt von 1 Ar
91,50 qm, welche Fläche nunmehr die Bezeichnung Lit. B Nr. 247
an der Börnestraße erhalten hatte, erwarb. Gleichzeitig kaufte
es die fünf Gebäulichkeiten Nr. 145 bis 149, und zwar Nr. 147
und 148 zur Wiederherstellung, die übrigen auf Abbruch. Der Kauf
preis für die Grundfläche betrug 35 460 M., der für die Gebäude
1000 M. 2
Die Wiederherstellung der beiden Häuser Nr. 148 zum grünen
Schild und Nr. 147 zur goldenen Arche wurde dem Architekten
Franz v. Hoven übertragen und unverzüglich in Angriff genommen.
Wegen Verbreiterung der Straße mußte ein Stück von dem
vorderen Teil des Doppelhauses abgesägt und die Fassade vor
schriftsmäßig in schiefwinkligem Abschnitt um 1,25 m Nord bis
1,55 m Süd zurückgesetzt werden. Damals war die Fassade beider
Häuser mit Ausnahme des massiven Erdgeschosses vollständig mit
Schiefer beschlagen. Als man den Schieferbeschlag entfernte, trat
im ersten und zweiten Obergeschoß das ursprüngliche Tafelwerk
zutage, das auch bei Wiederaufrichtung der Fassade beibehalten
wurde. Auch die alte Steinhauerarbeit des Erdgeschosses wurde
nach Möglichkeit verwendet. Von den schmiedeeisernen Oberlicht
gittern der Bogenöffnungen war noch ein Original vorhanden, dem
die übrigen nachgebildet wurden. Alles, was von den beiden
Häusern hinter der neuen Straßenfront stand, blieb stehen und
wurde lediglich restauriert.
Im Jahre 1886 war der Umbau und die Herrichtung des
Doppelhauses vollendet, und nun konnte das Stammhaus, das die
Nummer 26 der Börnestraße erhielt, seiner Bestimmung übergeben
werden. Der älteste Sohn Meyer Amschel Rothschilds, Freiherr
Amschel Mayer v. Rothschild (f 1855), hatte nämlich testamen
tarisch angeordnet, daß das Haus zum grünen Schild nur der
Vollziehung wohltätiger Zwecke gewidmet sein solle. Die von ihm
mit einem Kapital von 1 200 000 fl errichtete Stiftung für die
armen Israeliten der Stadt Frankfurt a. M. und die ebenfalls von ihm
gegründete und mit 50 000 fl dotierte Stiftung zur Ausstattung
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