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mehreren Jahren, am 5. Juli 1811, schreibt er dem Kurfürsten von
Frankfurt aus, daß er jetzt noch seine Vaterstadt Kassel mit seinen
dortigen Besitzungen meiden müsse, daß die Kasseler Polizei seine
Schritte mit größter Aufmerksamkeit verfolge, daß er von seinem
wenigen Vermögen durch Verkauf eines Hauses, mehrerer Gärten
und anderer Grundstücke über 6000 Tlr. zugesetzt habe.
Nicht ganz so schlimm erging es Buderus. Er hatte sich seit
der französischen Okkupation sehr vorsichtig benommen, so daß man
seiner Person schwer etwas anhaben konnte. Da er aber aus
kleinen Anfängen sich zu ansehnlichem Wohlstand und zu einer
. angesehenen Amtsstellung emporgearbeitet hatte, wobei er sich dem
Kurfürsten besonders durch scharfsichtige Finanzkunde, Sparsamkeit
und außerordentliche Leistungsfähigkeit empfohlen haben muß, so
wurde er bei vielen Beamten und ebenso in der öffentlichen Meinung
stark verdächtigt und angefeindet, ln Kassel war ihm der Schwieger
sohn Michel Simons namens Levi, der dem Bankgeschäft jener
Firma vorstand, besonders aufsässig und zugleich auf Rothschild
eifersüchtig. Dieser Levi steckte sich hinter den niederträchtigen
Savagner, den Spezialkommissar der Oberpolizei des Königreichs
Westfalen, von dem man wußte, daß ihm jede Gelegenheit zur
Intrigue und zur Erpressung willkommen war. Damals war der
Marschall Kellermann, Herzog von Valmy, Befehlshaber des Be
obachtungskorps der Elbe und befand sich im Hauptquartier zu
Hanau. Das Auftreten Schills hatte nämlich Napoleon veranlaßt,
ein solches Truppenkorps zu errichten. Von dem Marschall
Kellermann erwirkte nun Savagner einen Verhaftungsbefehl gegen
Buderus und betraute den Polizeiagenten Sußmann aus Kassel mit
der Ausführung. Dieser begab sich am 9. Mai 1809 mit französischen
Soldaten zur Buderusschen Wohnung in Hanau. Dort traf er
dessen Schwester Dorothea. Obgleich diese versicherte, daß ihr
Bruder nicht anwesend, sondern auf seinem Gut Carlshausen bei
Altenhaßlau sei, setzte Sußmann ihr eine Pistole vor den Kopf
und verlangte, sie solle angeben, wo sie ihren Bruder versteckt
halte. Nicht ohne Mißhandlung wurde sie dann die Treppe
hinaufgeführt, die verschlossene Wohnung erbrochen und die vor
handenen Papiere durchsucht. Das alles geschah, ohne daß die
Hanauer Behörden vorher in Kenntnis gesetzt waren. Alsdann
begab sich Sußmann mit seinen Soldaten auf das Gut Carls
hausen, versiegelte die dort vorgefundenen Schriftstücke und führte