Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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,,daß  er  in  den  letzten  Jahren  seines  Lebens  1733  bis  1735  nach
und  nach  für  38  000  Gulden  Wechsel  des  bekannten  württembergischen
  Geheimen  Finanzrats  und  Residenten  zu  Frankfurt,
Josef  Süß  Oppenheimer,  übernahm  und  sie  mit  seinem  Giro  versehen ­
  weiter  verhandelte.  Oppenheimer  stand  damals  auf  dem
Gipfelpunkt  seiner  Macht  und  machte  mit  den  ersten  Frankfurter
Geschäftshäusern,  mit  Bernard,  Brentano,  d’Orville,  Metzler,  Grimmeisen, ­
  weit  bedeutendere  Geschäfte“  (Dietz).  Gerade  deshalb  aber
läßt  eine  derartige  Geschäftsbeziehung  die  Vermutung  zu,  daß
Meyer  Amschels  Großvater  ein  bestimmtes  Maß  von  Kredit  genoß,
und  in  dieser  Hinsicht  ist  jene  Überlieferung  allerdings  von  Wert.
Mit  diesen  wenigen  Angaben  sind  die  uns  zugänglichen  Quellen
über  die  Geschäfts-  und  Vermögensverhältnisse  von  Rothschilds
Vorfahren  im  wesentlichen  erschöpft.  Zwar  sind  sie  dürftig,  doch
lassen  sie  das  eine  erkennen,  daß  die  geschäftlichen  Fähigkeiten
des  Rothschildschen  Stammes  sich  in  einer  jahrhundertelang
sacht  aufsteigenden  Linie  bewegen.  Diese  Aufwärtsbewegung  ist
hier  und  dort  durch  Rückläufe  unterbrochen,  auf  die  regelmäßig
•ein  um  so  größerer  Vorsprung  folgt,  und  das  ist  anthropologisch
von  Interesse.  In  gleicher  Hinsicht  sind  auch  die  Charakterzüge
rein  persönlicher  Art,  die  das  Memorbuch  und  die  Grabschriften
mitteilen,  nicht  ohne  Belang.  Wenn  wir  von  dem  üblichen  Überschwang ­
  in  der  Ausdrucksweise  dieser  Überlieferungen  absehen,
so  ergibt  sich  als  Kern  derselben,  daß  in  der  Rothschildschen
Familie  Frömmigkeit,  Rechtschaffenheit,  Mildtätigkeit  und  Gastfreiheit ­
  sich  vererbten,  und  daß  speziell  auch  die  Eltern  Meyer
Amschel  Rothschilds  durch  solche  Eigenschaften  sich  auszeichneten ­
  4 .
Die  Stammreihe  Rothschilds  stellt  sich  folgendermaßen  dar:
Uri  um  1500;
I
; (  Elchanan,  f  21.  April  1546  (Grabstein  Nr.  187  bei  Horovitz),
l  Esther  (nach  Dietz:  Fogele  Worms);
I
(  Isak  Elchanan  zum  roten  Schild,  f  21.  April  1585  (Grabstein  Nr.  301),
i  Esther,  f  11.  Februar  1609,  Tochter  des  Moses;
            
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