Object: Statische oder dynamische Zinstheorie?

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— folgt, daß diese Tatsache — die ich gewiß, wenn ich eine 
systematische Darstellung der Theorie schriebe, entsprechend 
betonen würde — nichts mit dem Zinse zu tun hat und nur ein. 
Spezialfall der allgemeinen Erkenntnis ist, daß alle Quantitäten 
der Volkswirtschaft miteinander in teils technischen, teils 
rein ökonomischen Beziehungen stehen. Für meinen Gedanken- 
gang bedeutete sie nicht mehr als die Tatsache, daß die Inten- 
sität des Kohlenabbaues mit der Menge der Dampfmaschinen 
in der Volkswirtschaft in Zusammenhang steht. Deshalb legte 
ich auf sie in meiner Darstellung: kein Gewicht, ohne sie in 
Abrede stellen zu wollen, oder, auf Grund meines Gedanken- 
ganges, zu müssen. Sie verdankt ihre Stellung in v. Böhm- 
Bawerks System ja nur dem Umstande, daß er die Zins- 
erklärung daran knüpft. Für den, der das nicht tut, haben die 
Genußgütervorräte wirklich keine „besondere Stellung“, ist 
ihre Größe „nicht weiter interessant“. Wenn man das tut, so 
liegt die Sache natürlich anders. Aber von meinem Standpunkte 
liegt hier weder ein Widerspruch, noch eine Verschleierung un- 
bequemer Tatsachen‘‘1). ; 
Schumpeter behauptet demnach nicht ein tatsächliches 
Zusammenfallen von Aufwendung und Bedürfnisbefriedigung, 
Da aber in der Statik ständig das volle Produkt zur Verfügung 
steht, so erscheint 'es nach seiner Ansicht den Wirtschafts- 
subjekten so, als ob es hier keine Produktionsperioden, keine 
Zeitintervalle gäbe. Deshalb glaubt er, mit Hilfe des dritten 
Grundes den Zins in der Statik nicht erklären zu können, und 
deshalb rückt er die Tatsachen, auf denen der Erklärungsgang 
sonst aufbaut und deren Existenz er nicht leugnet, die ihm aber 
als unwesentlich erscheinen, in den Hintergrund. Wir glauben, 
auch Clark will diesem Gedanken Ausdruck geben, wenn er 
ausführt, daß die Synchronisierung nicht buchstäblich (literally), 
sondern nur dem Wesen nach (virtually) in der Statik erfolge?). 
Damit ist doch aber der Synchronisierungsgedanke erledigt, 
denn auf ihn treffen doch alle die Ausführungen, die wir früher 
bezüglich Böhm-Bawerks drittem Grunde gemacht haben. zu. 
1) Schumpeter, Entgegnung, S. 627/28. (Die Unterstreichung stammt 
von Schumpeter.) 
2) Clark. Distribution. S.312/15. vgl. auch Schumpeter. Weser S. 408.
	        
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