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Erbprinzen Wilhelm von Hessen-Kassel, regierenden Grafen von
Hanau, auf dem Wege des Münzhandels stattfand.
Wilhelm, der Sohn des prunkliebenden Landgrafen Friedrich II.,
wurde am 3. Juni 1743 geboren und folgte seinem Vater
am 31. Oktober 1785 in der Regierung von Hessen-Kassel.
Friedrich II. war als Erbprinz heimlich zum Katholizismus über
getreten, und als sein Vater, Landgraf Wilhelm VIII., dies
erfuhr, ergriff er alsbald Maßregeln, um das Regentenhaus vor
weiteren Konversionen zu bewahren und die reformierte Kirche
in Hessen zu sichern. So kam es, daß Friedrich noch als Erb
prinz vermöge der sogenannten Religionsassekurationsakte (1754)
auf die im Jahre 1736 an Hessen-Kassel gefallene Grafschaft
Hanau-Münzenberg verzichten mußte. Dieselbe ging beim Tode
Wilhelms VIII. nicht auf den Sohn, sondern auf den Enkel über,
womit dem Thronfolger die Unabhängigkeit von dem katholischen
Vater gesichert werden sollte. Von 1760 bis 1764 wurde die
Grafschaft von der Mutter und Vormünderin des Erbprinzen, Maria
von England, die von ihrem Gatten getrennt lebte, verwaltet. Am
22. Oktober 1764 hielt Wilhelm mit seiner jungen dänischen
Gattin seinen Einzug in Hanau und übernahm nunmehr selbst die
Regierung 8 .
Meyer Amschel Rothschild war damals zwanzig Jahre alt.
Er muß bald darauf in geschäftliche Beziehungen zum Erbprinzen
getreten sein, denn schon am 21. September 1769 wurde er zum
Fürstlich Hessen-Hanauischen Hof-Faktor ernannt.
Um einen Titel zu erlangen, ging man damals in ähnlicher
Weise zu Werke wie auch heute noch vielfach, man bewarb sich
darum. So auch Rothschild. Im Stil der Zeit unterwand er sich
untertänigst, dem Erbprinzen eine submisseste Bittschrift zu Höchst
dessen Füßen zu legen: „Ich habe die besondere und hohe Gnade
gehabt, Euer Hoch Fürstl. Durch!* verschiedene Lieferungen zu thun
die zu Höchst Dero gnädigstem Wohlgefallen gereichet. Alle meine
Kräfte und Vermögen werde ich anstrengen, um Euer Hoch Fürstl.
Durchl* zu fernern gnädigst Befehlenden Diensten bereit zu sein.
Eine besondere und Kräftige Aufmunterung hiezu würde es mir
geben, wann Euer Hoch Fürstl. Durchlt geruhen wollten, mich mit
dem Character Höchst Deroselben Hof-Factoren zu begnadigen.
Ich stehe Euer Hoch Fürstl. Durch!! hierum mit desto mehrerer
Zuversicht an, da ich dadurch auf keine Weise beschwerlich falle,