Full text: Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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handel von Anfang an bis zum Jahre 1810 die eigentliche Grund 
lage seines Geschäftes war. Für einen Frankfurter Bankherrn 
damaliger Zeit war dieses Verhältnis gar nichts Ungewöhnliches. 
Noch im ersten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts war der Waren 
handel überhaupt derjenige Handelszweig, der Frankfurt seine 
Bedeutung verlieh, und nicht etwa der Geldhandel. Auch kam es 
häufig vor, daß dieselbe Firma sich in mehreren Branchen be 
tätigte. Und nicht nur bei Rothschild wuchs das Bankgeschäft 
gleichsam aus dem Warenhandel heraus, sondern auch bei vielen 
anderen Frankfurter Kaufleuten jener Zeit, so bei den Metzler, 
Steitz, Staedel, Wiesenhüter u. a. Das Bankhaus Jacob Adami, 
das im Jahre 1748 die Gebrüder Bethmann übernahmen, und bei 
dem später P. H. Metzler, dann J. J. Hollweg, dann Andr. Grunelius 
Teilhaber wurden, hatte ebenfalls seinen Ursprung in einem Waren 
geschäft. Und an anderen Plätzen war es ähnlich, ln Hamburg, 
Amsterdam und Berlin betrieb um die Wende des 18. Jahr 
hunderts die Mehrzahl der angesehenen Bankhäuser noch Bank- 
und Warengeschäft nebeneinander 24 . 
Rothschilds Geschäftslokalitäten. 
Die Lokalitäten, in denen Rothschild seinen Handel betrieb, 
wechselten mehrfach. In demselben Jahr, als ihm der Titel eines 
Hessen-Hanauischen Hoffaktors zuteil wurde, kaufte er am 22. No 
vember mit seinen zwei Brüdern, dem verheirateten Moses und dem 
damals noch ledigen Kaimann, den vierten Teil des Hinterhauses 
zur Pfanne. Der Kaufpreis war mit 1600 Rtlrn. in Konventionstalern 
nach dem 24 ff bar zu entrichten. Verkäufer war ein entfernter 
Verwandter namens Feist Rothschild (f 1789) und seine Gattin 
Ritschele (-j- 1796). Vermutlich betrieb Rothschild zunächst auch 
seine Geschäfte in diesem Hause. Jedenfalls wohnte er darin bis 
in die achtziger Jahre und erwarb inzwischen mit seiner Frau den 
Alleinbesitz von drei Achteln des Hauses. Am 31. Dezember 1783 
(bei Freimann Drucks.: 1784) kaufte er von dem Rabbiner Tebele 
Schiff in London die Hälfte des Vorderhauses zum grünen Schild. 
Der Kaufpreis betrug 5580 fl, zahlbar in Konventionsmünze auf 
dem 24 ff Damals wohnte in dem Hause der Bruder des Rabbiners, 
Rabbinatsassessor Mei'r Schiff, der die eine Hälfte bis zum 1. Ok 
tober 1786 gemietet hatte, die andere mit seiner Frau zu eigen
	        
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