Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

,  R  M  A.

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besaß.  Rothschild  kaufte  dem  Ehepaar  im  November  1785  gegen
die  Summe  von  550  Carolin  zu  11  fl  noch  die  andere  Hälfte  des
Hauses  ab.  Ein  Drittel  des  Kaufschillings  war,  wie  üblich,  beide
Male  unverzüglich  nach  Übergabe  des  Kaufvertrags  zu  erlegen,
der  Rest  in  sechs  oder  acht  halbjährlichen  Raten  zu  entrichten.
Erst  am  1.  Oktober  1786  durfte  das  Haus  bezogen  werden.  Der
Mietzins  von  2 3 /4  Jahren  ä  150  fl  wurde  von  der  Kaufsumme  der
zuerst  erworbenen  Hälfte  in  Abzug  gebracht.  Den  Dreiachtelanteil ­
  am  Hinterhaus  zur  Pfanne  verkaufte  das  Ehepaar  Rothschild
am  10.  November  1785  für  die  Summe  von  3500  fl,  zahlbar  in
Konventionsmünze  nach  dem  24  ff,  an  den  Bruder  und  Schwager,
den  „angesehenen  und  thorakundigen“  Armenvorsteher  Moses
Rothschild.  Letzterer  besaß  damals  bereits  die  übrigen  fünf  Achtel
Hausanteile  und  wurde  somit  durch  diesen  Kauf  Alleinbesitzer
des  ganzen  Hinterhauses  zur  Pfanne 25 .
Ob  Rothschild  in  dem  Haus  zum  grünen  Schild  auch  seinen
Handel  betrieb,  ist  fraglich.  Im  Jahre  1803  (nach  Dietz  seit  dem
Jahre  1796)  hatte  er  jedenfalls  sein  Geschäftslokal  nicht  mehr  in
der  Judengasse,  sondern  in  der  Schnurgasse,  wo  er  beim  Lederhändler ­
  Trautwein  gemietet  hatte  (nach  Dietz:  L  72  —  Nr.  21).  Sein
Warenmagazin  befand  sich  seit  dem  1.  Mai  1804  auf  dem  vormals
Kurtrierischen  Hofplatz.  Bei  der  Mietsversteigerung  der  23  auf
dem  genannten  Platz  gelegenen  Gewölbe  waren  zwar  weder  Frankfurter ­
  noch  fremde  Juden  zugelassen,  auch  keine  Aftervermietung
an  solche  gestattet.  Mit  Rothschild  jedoch  wurde  eine  Ausnahme
gemacht.  Bevor  noch  die  Versteigerung  stattfand,  wurde  ihm  vom
Frankfurter  Administrationsamt  auf  zwölf  Jahre  das  Gewölbe  Nr.  10
überlassen,  das  alsdann  bei  der  Versteigerung  „Vorwaltender  besonderer ­
  Umstände  wegen  vor  der  Hand  nicht  zur  Ausbietung“
gelangte.  Der  jährliche  Bestandszins  des  Magazins,  das  der  Mieter
nur  zur  Aufbewahrung  von  Waren  gebrauchen  durfte,  betrug,  wie
bereits  oben  bemerkt,  400  fl  24  ff 26 .
Ihre  endgültige  Stätte  fand  die  Rothschildsche  Handlung  in
einem  für  damalige  Zeiten  höchst  respektablen  Geschäftshaus,
dessen  Bau  im  Jahre  1809  vorgenommen  wurde.  Nachdem  die
Judengasse  im  Jahre  1796  durch  die  Franzosen  in  Brand  geschossen
und  zum  größten  Teil  zerstört  war,  sollte  nach  Verlauf  von  zwölf
Jahren  endlich  mit  dem  Wiederaufbau  Ernst  gemacht  werden.
Zunächst  wurden  die  Wüstungen  des  nördlichen  Teils  versteigert.
            
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