VI. Abschnitt. Die Kriegsaniehen.
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rückständig waren. Die wichtigste Maßregel war aber die Schaffung
, eines neuen Typus der Staatsschuld, die Bons der nationalen Ver
teidigung, die der Finanzminister B-ibot einführte. Wie sich diese
verschiedenen Schuldtitel zu einander verhielten, zeigen folgende
Daten für die Kriegsmonate des Jahres 1914:
Depots der öffentlichen Kassen
Gewöhnliche Schatzscheine
Bons der nationalen Verteidigung
Das 3*/z prozentige Anlehen
Bank von Frankreich
Gesamtsumme
Wir sehen aus diesen Ziffern, daß von der Gesamtsumme ein
Viertel auf die Bons der nationalen Verteidigung, mehr als die
Hälfte auf die Notenbank entfällt. Was speziell die Bons der
nationalen Verteidigung betrifft, so wurde alles getan um deren
Absatz zu befördern. Alle öffentlichen Kassen, Postschalter, Eisen
bahnschalter usw. wurden mit dem Absatz betraut. Besonders
günstige Bedingungen wurden gewährt, so namentlich: 1. ein Zins
fuß von 5 Prozent, was bei dieser Darlehnsform, wo die Zinsen im
vorherein in Abzug kamen etwas mehr beträgt; 2. Befreiung von
der Steuer und Ausgabe von Appoints von 3, 6 und 12 Monaten;
3. Vorzugsrecht bei späteren Anlehen mit günstigeren Bedingungen;
4. Zusicherung der Lombardierung von seiten der Bank von Frank
reich. Namentlich das kleine Kapital beteiligte sich bei der Sub
skription; „aus den Strümpfen, aus den kleinen Börsen, aus den
Hütten kam das Geld“, sagte Bibot. Das große Kapital zeigte
sich zurückhaltender, es reservierte sich für günstigere Gelegen
heiten. Und während auf dem Lande namentlich die langfristigen
Appoints gesucht wurden, also die Absicht der Kapitalsanlage zum
Ausdruck kam, war in den Städten, in dichtbevölkerten Departe
ments, wie dem Seine-Departement, das kurzfristige beliebter. In
der zweiten Hälfte des Jahres 1915 schritt dann auch Frankreich
zur Ausgabe einer konsolidierten Bentenschuld von 10 Milliarden
Franks zum Zinsfuß von 6 Prozent — seit der Zeit Napoleons und
mit Ausnahme der nicht bedeutenden Morgan’schen Anlehe im
deutsch-französischen Kriege — eine unbekannte Erscheinung.
Jeze ^ weist darauf hin, daß die französische Begierung mit
Ausbruch des Krieges das Parlament vertagte und infolgedessen
nicht in der Lage war, neue Steuern einzuführen, oder die be-
405,3 Mill. Franks
119,1 „
1697,2 „
219,7 „
3725,0 „
6364,6 „ „
') Lea finances de guerre de la France, 8. 212.